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Erfolgreiche Spendenaktion Fabrikneuer Flügel für Ganderkeseer Kirche

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 06.06.2016, 15:37 Uhr

Am Ende war die Spendenbereitschaft der Ganderkeseer einfach überwältigend: „Wir haben unser Soll um rund 10.000 Euro übererfüllt“, berichtete Kreiskantor Thorsten Ahlrichs am Montagmorgen vom außerordentlichen Erfolg der Ganderkeseer evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde bei ihrer Sammlung zur Anschaffung eines neuen Konzertflügels für ihre Hauptkirche St. Cyprian und Cornelius.

„Kaum stand der Artikel über unsere Spendenaktion Anfang Februar im Delmenhorster Kreisblatt, da gab es schon die ersten Anfragen“, blickte Ahlrichs zurück. Es sollten noch viele weitere kommen, so viele, dass aus dem zunächst geplanten Kauf eines gut aufgearbeiteten Gebrauchtinstruments inzwischen die Anschaffung eines fabrikneuen Premiumflügels aus deutscher Fertigung geworden ist.

36.000 Euro an Spenden eingeworben

„Insgesamt wurden bis Mai 36.000 Euro an Spenden gesammelt, darunter auch vier private Großspenden sowie Beträge von der EWE-Stiftung, der OLB-Stiftung, von der Gemeinde und von örtlichen Firmen“, führte Ahlrichs an und dankte dabei besonders Dirk Schulte Strathaus. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins GanterART habe maßgeblich zum Erfolg der Aktion beigetragen, betonte er.

Tastenpatenschaften vermittelt

39 Bürger übernahmen 47 Tastenpatenschaften, denn die waren der Clou des geschickt platzierten Finanzierungsvorhabens „88 Tasten für St. Cyprian und Cornelius“: Bei Spenden ab 200 Euro und mehr konnten Bürger Paten einer weißen Taste werden, bei 100 Euro und darüber hinaus „Schutzpatron“ einer schwarzen Taste.

Auch den Ton konnten sich die Spender selbst aussuchen. Für Beträge ab 3000 Euro gibt es den Namen der Spender nun unvergänglich eingestickt in eine Schutzdecke, die über dem Instrument in spielfreien Zeiten liegt.

Als Anschubfinanzierung hatte die Kirchengemeinde zum Jahresanfang die Hälfte des freiwilligen Ortskirchengeldes in Höhe von rund 6500 Euro „spendiert“.

Deutsches Qualitätsinstrument

Der neue Flügel aus dem Braunschweiger Hause Grotrian-Steinweg weist Besonderheiten auf: „Das Modell wurde speziell für Institutionen oder Hochschulen geschaffen“, erläuterte Klavierbaumeister Nicolas Claaßen am Montagvormittag bei der Vorstellung des mattschwarzen Flügels.

Holz speziell beschichtet

Seine Pulverbeschichtung ist im Gegensatz zu hochglänzendem Klavierlack beständiger und verzeiht auch kleine Rempler. Hinzu komme dadurch ein preislicher Vorteil: „Weil der Flügel außen so nicht lackiert, geschliffen und poliert werden muss, wird deutlich Arbeitszeit eingespart, unterm Strich ist das Instrument 20.000 Euro günstiger als ein vergleichbarer Flügel für den privaten Gebrauch“, verriet der Klavierbaumeister.

Klimaanlage eingebaut

Auch seine „Klimaanlage“ ist speziell auf schwankende Umweltverhältnisse in der Kirche angepasst. Elektrische Sensoren prüfen die Luftfeuchtigkeit im „Bauch“ des Tasteninstruments und regulieren das Mikroklima, was neben einem guten Klang auch eine besonders lange Haltbarkeit verspricht.

Im Juni Konzertreihe zur Einführung

Wie gut das Instrument klingt, und welche Verwendungsmöglichkeiten Kreiskantor Ahlrichs dafür auserkoren hat, können Kirchenbesucher bei drei Konzerten im Juni ergründen.

Am Dienstag, 14. Juni, 20 Uhr, erklingt in St. Cyprian und Cornelius „Sing-a-long“.

Bei dem Konzert stellen Ahlrichs und die Kantorei den Flügel als Chor-Begleitinstrument vor.

Am Freitag, 17. Juni, 21 Uhr, steht bei den „Nachtklängen“ der Atmosphäre schaffende Charakter des neuen Instruments im Mittelpunkt.

Und am Sonntag, 19. Juni, 20 Uhr schließlich stellt Ahlrichs mit einem großen Konzert die Tauglichkeit des Tasteninstruments zur Solistenbegleitung auch bei weltlichen Klängen unter Beweis.