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Erste Hilfe von klein auf Schüler leisten in Ganderkesee kindgerechten Sanitätsdienst

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 01.11.2017, 19:31 Uhr

Mit dem gemeindeweit einzigartigen Konzept wird Grundschülern an der Langen Straße beigebracht, wie sie Unfälle vermeiden und im Notfall richtig handeln können. Die Freiwilligen stärken so auch ihre Sozialkompetenz.

Unter dem Namen „Juniorhelfer“ haben die Grundschule Lange Straße und der DRK-Kreisverband Oldenburg-Land am Mittwoch ein Projekt mit 38 Dritt- und Viertklässlern auf den Weg gebracht, das die Grundschülerinnen und -schüler kindgemäß ans Leisten von Erster Hilfe heranführen soll.

Lehrer unterstützen

Die Idee: Juniorhelfer sollen ihre Lehrkräfte im Pausendienst im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen.

Mit ihrem sozialen Engagement tragen die freiwillig tätigen Jungen und Mädchen aber nicht nur zur Unfallverhütung oder der Behandlung kleinerer Blessuren bei.

Bislang einmalige Sicherheitskooperation

„Die Helfer sind ein weiterer Baustein in der Reihe unserer Präventionsangebote, die für ein gutes und sicheres Schulklima sorgen“, betonte Schulleiter René Jonker zum Auftakt der in der Gemeinde Ganderkesee bislang einmaligen Sicherheitskooperation zwischen Rotem Kreuz und Schule. Auch kreisweit beginnt die Idee erst langsam Schule zu machen. Vergleichbare Juniorhelfer gibt es laut Thomas Zyweck, Leiter der Breitenausbildung beim DRK-Kreisverband, derzeit nur in Wardenburg.

Als Ganderkeseer hat Zyweck früher selbst seine Grundschulzeit an der Langen Straße verbracht. „Bei einer Erste-Hilfe-Schulung für das Lehrerkollegium sind wir auf das Projekt gestoßen“, verriet Jonker.

Mehr als nur Pflaster kleben

Dass die Kinder mit ihrem Einsatz langfristig weit mehr erreichen werden, als nur Pflaster aufzukleben, machte Jonker deutlich. Die Erste-Hilfe-Ausbildung diene als Einstiegspunkt, um Fürsorge, Empathiefähigkeit, Mitmenschlichkeit und weitere wichtige Aspekte zu erfahren und vorzuleben, die für ein gutes Miteinander wichtig sind.

Ziel: gelebten Zusammenhalt weiter fördern

„Wir setzen unsere Angebote nicht aneinander, weil das Klima schlecht ist oder es an unserer Schule Probleme gibt“, machte der rührige Schulleiter deutlich. Ziel sei es vielmehr, diesen gelebten Zusammenhalt weiter zu fördern.

Einander bei standen die Kinder gestern bei ersten praktischen Übungen.

Helfer vom DRK schulen Grundschüler

Beim Verbinden von aufgeschminkten Wunden oder dem Kleben von Pflastern halfen ihnen neben Zyweck auch der DRK-Ehrenamtsbeauftragte Roar Abel und die Jugendrotkreuzlerin Sabine Kuhn. Alle 14 Tage soll die nachmittägliche Freiwilligen-AG künftig fortgesetzt werden.

Hilfe auch im Haushalt

„In einem halben Jahr“, so Ausbildungsleiter Zyweck, „sind die Kinder so weit, dass sie mit einer Einsatztasche, einer Weste und ihrem Juniorhelfer-Button in den Pausen Dienst tun können.“ Darauf will der achtjährige Fynn nicht warten: „Ich mache das hier, weil ich meiner Mutter dann helfen kann, wenn sie sich wieder mal in der Küche schneidet. Erst neulich hat sie sich an einer Reibe verletzt.“