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Erstmals Sprachlernklasse eingerichtet Flüchtlingskinder lernen in Schierbrok intensiv Deutsch

Von Thomas Deeken | 25.01.2016, 18:50 Uhr

Die Hausaufgaben sind gemacht, jetzt kann es losgehen: Ab 1. Februar kümmern sich die Schierbroker Lehrerinnen Gundi Wallmeyer-Kolkmann und Ute Aschemann mithilfe von Annika Purrmann erstmals in einer neuen Sprachlernklasse um Flüchtlingskinder.

Gedacht ist die künftige Fuchsklasse am Standort Schierbrok für zwölf bis 16 Mädchen und Jungen aus der gesamten Gemeinde, die intensiv Deutsch lernen sollen, damit sie schneller Anschluss in den späteren Klassen finden können, sagte Schulleiterin Kerstin Rohde am Montag bei der Vorstellung des Konzepts.

Erster Antrag nicht bewilligt

Ein erster Antrag auf Einrichtung einer Sprachlernklasse zum Sommer 2015 sei zunächst von der Landesschulbehörde abgelehnt worden, informierte sie. „Als dann aber immer mehr Flüchtlinge kamen, hätten wir sogar kurzfristig nach den Herbstferien beginnen können.“ Das sei aber zu schnell gewesen. Schließlich habe vom Schulmaterial bis hin zum Dolmetscher jede Menge koordiniert werden müssen.

Schierbrok als Standort

Inzwischen sei in der Schulleiterrunde Schierbrok als Standort für die Gemeinde Ganderkesee festgelegt worden, weil dort genügend Räume zur Verfügung stünden. Darüber hinaus hätten sich zwei Lehrerinnen in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema Sprachlernklasse beschäftigt und beispielsweise Lehrerkollegen in Oldenburg über die Schulter geschaut.

Insgesamt 23 Wochenstunden

Für den Sprachunterricht seien insgesamt 23 Stunden pro Woche eingeplant, zunächst mit allen Mädchen und Jungen zusammen, später dann auch in kleineren Gruppen. „Jedes Kind bekommt aber einen eigenen Stundenplan“, hieß es am Montag. Das bedeutet: Wer nicht gerade intensiv Deutsch lerne, gehe zum Beispiel mit anderen Erst- bis Viertklässlern in den Musik- oder Sportunterricht.

„Jetzt sind Strukturen da“

Es sei wichtig, zunächst Routine und Sicherheit zu bekommen und Vertrauen aufzubauen, erläuterte Frank von der Aa, Leiter der Grundschule Dürerstraße. Jetzt seien Strukturen da, Kinder würden nicht mehr zwischen Tür und Angel aufgenommen, so der Schulleiter, der erst vor Kurzem wieder von einer syrischen Familie, die ihre Kinder anmelden wollte, auf dem Schulflur überrascht worden sei.

Nächste Woche erste Aufnahmegespräche

In der nächsten Woche sollen die ersten Aufnahmegespräche geführt werden. Danach werde voraussichtlich mit acht oder neun Kindern gestartet. Wie lange sie tatsächlich in der Lernklasse bleiben, hänge vom Fortschritt der einzelnen Schüler ab – „höchstens aber zwei Jahre“, so Ute Aschemann. Und Dörte Lohrenz, Schulleiterin in Bookholzberg, ergänzte: „Wir betreten ja erst einmal Neuland und müssen Erfahrung sammeln“ – und darüber hinaus abwarten, wie viele Flüchtlingskinder in den nächsten Monaten in die Gemeinde kommen. Gebe es sehr viele, müsse man möglicherweise einen Antrag auf eine zweite Lernklasse stellen, so Kerstin Rohde.