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Europaschule BBS Wildeshausen McAllister warnt in Wildeshausen vor Nationalismus

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 05.05.2017, 18:14 Uhr

In der Europa-Woche an der BBS Wildeshausen warnt EVP-Politiker McAllister vor Nationalismus und Populismus. Er ernennt Schüler zu Europa-Botschaftern.

Europa-Parlamentarier David McAllister hat am Freitag vor einigen hundert jungen Erwachsenen der Berufsbildenden Schulen des Landkreises Oldenburg in Wildeshausen Europa als „ein Projekt der Freiheit“ gekennzeichnet. „Ein grenzenloses Europa ist ein Segen, keine Selbstverständlichkeit“, erinnerte er mit Blick auf Zeiten mit Kontrollen an jeder Außengrenze Deutschlands und mit Zöllen als Hemmnis für die Wirtschaft.

Warnung vor Nationalismus

Der Spitzenpolitiker der Fraktion der Europäischen Volksparteien (EVP) in Straßburg und ehemalige niedersächsische CDU-Ministerpräsident warnte am Europa-Tag des Europarats nachdrücklich vor weiterem Erstarken des Nationalismus: „Der Nationalismus hat Europa zweimal in Schutt und Asche gelegt.“ Hinter dem „bösen Gift Nationalismus und Populismus“ stünden wirtschaftliche Probleme, aber auch „bösartige Politiker-Typen. Hütet euch vor sogenannten Alternativen in Deutschland“, ergänzte er, kurz in den Bundestags-Wahlkampfmodus für seine Parteifreundin Astrid Grotelüschen umschaltend.

Zehn Botschafter für Europa

Den Europatag hat die BBS, seit 2015 „Europaschule in Niedersachsen“, auf eine ganze Woche für Europa ausgedehnt. Ein Höhepunkt zum Auftakt war gestern am Eröffnungstag die Ernennung von zehn für die europäische Idee besonders aktive Schülerinnen und Schüler zu „Europa-Botschaftern“. Die Urkunden des Europarats überreichte McAllister mit einem verbalen Ausflug zum „Brexit“. Er sagte voraus, dass es von der EU geförderte Comenius- oder Erasmus-Projekte mit jungen Leuten aus Großbritannien in naher Zukunft nicht mehr gibt. „Ich kann nicht aus einem Verein austreten, den Beitrag sparen und alle Vereinsrechte mitnehmen“, beschied er britischen Illusionen.

Ausgezeichnete Schule mit Personalnöten

Der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley goss gestern Wasser in den Wein zur Freudenfeier. Die schlechte Unterrichtsversorgung in ganz Niedersachsen mit durchschnittlich 88,1 Prozent werde in Wildeshausen mit 80,9 Prozent am letzten Stichtag im November 2016 noch unterboten. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) bekomme den Unterrichtsausfall nicht in den Griff. „Der aktuelle Zustand ist keine gute Werbung für das Modell der dualen Ausbildung. Dabei sind unsere Unternehmen dringend auf der Suche nach Fachkräftenachwuchs“, so Bley.