Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Fachkräftemangel in der Kreisstadt Apotheken-Lehre Chance für Wildeshauser Schülerinnen

Von Thorsten Konkel | 22.04.2015, 16:38 Uhr

Wildeshausen (Landkreis Oldenburg). In der Wildeshauser Markt-Apotheke hat die Ausbildungsplatzinitiative ZWAIG am Mittwoch Wildeshauser Realschülerinnen zwei nur wenig bekannte Berufsbilder im Bereich Pharmazie vorgestellt. Die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz sind gut, denn der Fachkräftemangel zeigt sich längst auch in der Kreisstadt.

„Wer sich bei uns für eine Ausbildung interessiert, hat gute Chancen auf ein Praktikum und einen späteren Ausbildungsplatz“, hat Apotheker Thomas Weißenborn am Montag bei einem Betriebsbesuch von Schülerinnen der Klasse 9 c der Realschule Wildeshausen in der Wildeshauser Markt-Apotheke erklärt.

Verein ZWAIG ist Organisator

Die Vorstellung der Ausbildungsberufe „Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter“ (PKA) und „Pharmazeutisch-technischer Assistent“ (PTA) hatte der Verein ZWAIG organisiert.

„Schüler im Alter unserer heutigen Gäste haben rein altersmäßig eher wenige Berührungspunkte mit einer Apotheke, darum ist ihnen auch meist nicht bekannt, welche Berufe man dort erlernen kann“, sagte Weißenborn, der einen Apothekenverbund bestehend aus der Wildeshauser Markt-Apotheke, der Wildeshauser Apotheke „Insel am Westring“ sowie der Lindenmarkt-Apotheke in Bassum betreibt.

Gute Chancen auf Ausbildungsplatz

Dabei seien gerade in der Pharmaziebranche die Ausbildungschancen gut: „Wir stellen auch in Wildeshausen einen sich abzeichnenden Fachkräftemangel auf unserem Gebiet fest“, betonte der Apotheker.

Im Labor-Keller der Apotheke am Markt lernten die Schülerinnen zunächst die intensive Qualitätskontrolle der Apotheke kennen. „Die Ausbildung ist vielfältig“, versprach Weißenborn ihnen.

„Diese Untersuchungen sind interessant, die Lehre zur PTA wäre etwas für mich“, sagte Lilli Stöver, nachdem sie bei einer Prüfung zuschauen durfte.

Dass trotz des gewaltigen Angebotes an Medikamenten und Arzneimitteln durch die Pharmaindustrie noch Bedarf für selbst von den Apotheken hergestellte Arzneimittel besteht, erlebten die Mädchen und ihr Lehrer Thorsten Plogmann ein Stockwerk höher

Schülerinnen rühren Creme an

PTA Elke Eilers rührte gemeinsam mit den Schülerinnen Kathrin, Vivien, Carolin und Julia eine Handcreme an.

Hoher Bedarf an selbst hergestellten Arzneien

„In Wildeshausen gibt es deswegen einen hohen Bedarf an speziell auf die Patienten zugeschnittenen Arzneimitteln, weil wir Dermatologen und viele weitere Fachärzte haben“, sagte Thomas Weißenborn.

Nach der Vorstellung des Berufsbildes PTA zogen die Schülerinnen zur „Insel“ an den Westring weiter. Die dortige Apotheke übernimmt im Apotheken-Verbund Weißenborns auch viele logistische Aufgaben – ein Teil der Arbeit, die in das Feld der Mitarbeiter mit einer Ausbildung zum „Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellten“ (PKA) fallen.

Erst durch den Verbund der drei Apotheken und die jeweilige Spezialisierung könne die Beratungsleistung um ein Vielfaches gesteigert werden: „Jede Apotheke hat Spezialisten im Team, die sich auf ihrem Fachgebiet sehr gut auskennen“, machte der Apotheker deutlich. „Von der ;Insel‘ aus werden darum Altenheime und Pflegedienste mit Arzneimitteln beliefert, auch die Logistik unserer Apotheken wird hier gesteuert“, erklärte Weißenborn den Schülerinnen.