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Familie im Landkreis Oldenburg Eltern müssen am Schrei-Kind nicht verzweifeln

Von Reiner Haase | 13.12.2018, 22:43 Uhr

Das Kinderschutz-Zentrum hilft, wenn jungen Eltern Probleme über den Kopf wachsen. Der Landkreis Oldenburg unterstützt das Programm „Zuwachs kommt“.

Für junge Eltern und alleinerziehende Mütter gibt es im Landkreis Oldenburg ein neues Unterstützungs- und Hilfsangebot bei Fragen rund um die Elternschaft. Sima Kayser, Familienberaterin, -therapeutin und Pädagogin des Kinderschutz-Zentrums Oldenburg, kommt auf Wunsch zu den Eltern mit Babys ins Haus oder zum Treffen an einem neutralen Ort, um das familiäre Miteinander frühzeitig in gute Bahnen zu lenken.

Bewährtes Programm

Kayser hilft im neuen Angebot „Zuwachs kommt“ bei Problemen, die Eltern über den Kopf zu wachsen scheinen. Ihr Arbeitgeber ist das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg. „Wir bieten ,Zuwachs kommt‘ in Oldenburg schon seit fünf Jahren mit großem Erfolg an“, berichtet Mareike van’t Zet, die Leiterin des Kinderschutz-Zentrums.

Unerklärliche Probleme

„Mein Baby weint so viel, ich weiß nicht, warum“, „Mein Kind wacht immer wieder auf, ich bin völlig erschöpft“, „Mein Kind kratzt, beißt und kneift andere Kinder in der Krabbelgruppe“ – das sind für Eltern unerklärliche Probleme, die zur Verzweiflung treiben können. Das Baby sucht nur die Nähe zur Mutter oder nur zum Vater, das zerrt an den Nerven. Es droht Streit zwischen den jungen Eltern, die aus ihrer Familiengeschichte jeweils eigene Prägungen mitgebracht haben. Die Hebamme, die in den Wochen vor und nach der Geburt zur Verfügung stand, hat sich neuen Familien zugewandt.

Eltern am Steuer

Nun kommt Kayser als Gesprächspartnerin und Ratgeberin ins Spiel. Sie will die Eltern dabei unterstützen, miteinander und mit dem Familienzuwachs sicherer, zufriedener und entspannter umzugehen. Sie warnt vor dem althergebrachten Grundsatz „Das wächst sich schon zurecht“. In Gesprächen, im Beobachten des familiären Miteinanders findet sie Ansätze für Verbesserungen. Gegebenenfalls hilft die Videokamera, Situationen zu entschlüsseln. Sie hält Szenen fest, die gutes Miteinander dokumentieren. „Wir haben immer das Ziel, die Eltern in ihrer Kompetenz zu unterstützen“, hebt Kayser hervor. „Die Steuerung liegt immer in den Händen der Eltern“, ergänzt Petra Klarmann vom Kinderschutz-Zentrum.

Jugendamt im Hintergrund

„Wir schließen für Eltern mit Säuglingen eine Lücke im Bereich der Frühen Hilfen“, betont Martin Ahlrichs, der Leiter des Kreis-Jugendamts. Er stellt klar, dass die angebotene Hilfe nur dann greift, wenn medizinischer Hintergrund ausgeschlossen ist. „Uns ist wichtig, für Eltern, die Sorgen und Probleme mit dem Kind haben, ein aufsuchendes Angebot zu schaffen“, ergänzt Beate Pollak, die im Jugendamt die Frühen Hilfen koordiniert.

Faltblätter liegen aus

„Wir arbeiten gut mit dem Landkreis zusammen. Aber wir sind nicht das Jugendamt, sondern ein freier Träger, der Anonymität garantiert“, stellt van’t Zet klar. Ein erster Beratungstermin mit Kayser kann unter Telefon (0441) 17788 vereinbart werden. Informationen über „Zuwachs kommt“ gibt es unter www.kinderschutz-ol.de und in Faltblättern, die im Kreishaus, in den Büros der Gemeinden und in den Kinderarztpraxen ausliegen.