Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Fasching 2016 in Ganderkesee Hitzige Debatte um Einlass bei Ganderkeseer Büttenabenden

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 03.02.2016, 19:18 Uhr

Nach dem dk-Bericht über den Einlass-Ärger beim vierten Ganderkeseer Büttenabend haben Facebook-Nutzer eine rege Diskussion über den Vorfall im Einzelnen und den Zutritt im Allgemeinen angestrengt. Vor allem darüber, ob nach Ende des Programmteils noch Karten verkauft oder weitere Gäste zu der Party nach der Bühnenvorstellung eingelassen werden sollen, wird kontrovers diskutiert. Der anfängliche Grund: Eine Delmenhorsterin erhob Vorwürfe gegen den Sicherheitsdienst, weil sie trotz eines gültigen Einlassbändchens nach dem kurzen Verlassen der Festhalle von der Security nicht direkt wieder eingelassen wurde. Ohne Jacke musste sie im Regen stehen.

Den Facebooknutzern und Besuchern der Büttenabende scheint Ärger mit übereifrigen Sicherheitsleuten bestens bekannt zu sein.

Zwist mit dem Sicherheitspersonal

Einige berichten gar von generellem Zwist mit dem Sicherheitspersonal: „Das Problem kennen wir, gerade die Leute, die als Gruppe am Umzug teilnehmen und damit den Haupttag zu dem machen, was er ist, durften nicht rein – sehr schade“, schreibt eine Nutzerin. „Ja, da verstehen die kein Spaß“, meldet sich eine weitere Nutzerin.

Strenge Kleiderordnung

Selbst wegen ihrer Bekleidung sollen Büttenabendgäste entweder erst gar nicht eingelassen worden sein oder nach dem Verlassen der Halle nicht wieder Zutritt erhalten haben. Das monieren gleich mehrere Nutzer, die sich als Augenzeugen zu erkennen geben.

Viele Leute abgewiesen

„Viele Leute wurden nachts weggeschickt, da sie kein Hemd oder Kostüm getragen haben. Dass diese Pflicht besteht, wurde jedoch nicht angekündigt“, klagt eine andere Diskussionsteilnehmerin. „ Erst so reinkommen und dann nicht mehr, wo ist der Sinn?“, regt sich eine andere Nutzerin auf.

„Kann ich so bestätigen. Einem Herren wurde sogar der Einlass verwehrt, weil er ,nicht angemessen gekleidet war‘, dabei trug er normale Kleidung. Er wurde nach Protest dann doch noch reingelassen“, beschreibt ein Facebook-Freund einen weiteren Fall.

„Die Türsteher waren das Allerletzte“, fasst eine Besucherin ihre schlechten Erfahrungen zusammen.

„Eine riesen Sauerei“

„Eine riesen Sauerei!“, klagt ein anderer Faschingsfreund, dem der Eintritt nach seinen Angaben ebenfalls verwehrt wurde.

„Wir waren auch vor Ort und mir wurde der Einlass verwehrt, weil ich nicht angemessen gekleidet war, was auf einer Faschingsveranstaltung ohnehin schon wie ein schlechter Witz klingt. Ich hatte ein stinknormales Hemd an und es waren viele Personen dort, die nicht kostümiert waren und auch reingekommen sind. Als ich dem Türsteher eine Person zeigte, die das gleiche Hemd trug und darauf hinwies, dass andere mit der gleichen Kleidung auch reinkommen, wurde ich ausgelacht“, beschreibt er seine nächtlichen Erlebnisse.

Doch es gibt durchaus auch gegenteilige Stimmen zur Einlasspolitik:

„Leute, die aus der Reihe tanzen“

„Ich habe 20 Jahre Türstehererfahrung, und es gibt immer wieder Menschen, die aus der Reihe tanzen. Aus seinem eigenen Fehlverhalten aber noch einen Zeitungsartikel zu formen, und andere dafür verantwortlich machen zu wollen, ist echt unterstes Niveau“, wendet ein Facebook-Nutzer ein.

Tanzbänder werden weitergereicht

Auch die Lage vor der Halle beschreibt ein weiterer Gast auf Facebook abweichend: „Da rannten aber draußen so viele mit einem Tanzband rum , die das schon von irgendwem vorher bekommen haben. Oder die Leute haben es für andere Leute rausgebracht. Die kann man doch nicht alle reinlassen“. Doch er betont ausdrücklich: „Leute, die Band und Programmkarte vorweisen können, sollten sofort wieder rein dürfen, der Sicherheitsdienst könnte freundlicher sein“.

„Sehr unschön gelaufen“

Der beim Fasching aktive Timo Vetter äußert seine persönliche Meinung auf Facebook: „Sehr unschön gelaufen. Dass jemand nicht mehr reinkommt, obwohl er vorher drin war und eine Karte hat, das ist ein Fehler gewesen und darf nicht passieren. Darauf hätte auf einem Schild hingewiesen werden müssen. Da wäre dann im Einzelfall eine gezielte Ansprache an eine Sicherheitskraft vor Verlassen der Veranstaltung sinnig gewesen“, schreibt er.

Vetter weist auch drauf hin, dass sich die Facebook-Diskussion von der Bewertung eines Einzelfalls zum allgemeinen Gemäkel um den Einlass entwickelt. Vor allem auch den nächtlichen Zugang nach Ende des Büttenabends, um nur auf der anschließenden Party zu tanzen:

Hausrecht durchsetzen

„Der Veranstalter hat das Hausrecht und darf entscheiden. Selbst wenn die Veranstaltung nicht wegen Überfüllung geschlossen ist, können Personen abgewiesen werden. Die Chancen auf Einlass steigen auch nicht, je lautstärker man darauf pocht. Tendenziell steigern betrunkene Kohlfahrer nicht die Partyqualität auf einem Büttenabend“, macht er seinen Standpunkt deutlich und hat einen Lösungsvorschlag parat:

„Ich wäre dafür, beim Büttenabend keinen öffentlichen Einlass mehr nach dem Programm zu machen. Das gibt mehr Probleme und Diskussionen als, dass es nützt. Das war früher auch nicht so“, meint Timo Vetter.

GGV strebt Lösung für Einlass an

Den Faschingsveranstaltern der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) liegt das Thema – und mithin die Zufriedenheit ihrer Gäste – laut ihrem Vizepräsidenten Henning Adler besonders am Herzen. Das machte Adler am Mittwoch im dk-Gespräch deutlich. Ebenso, dass die Büttenabendgäste unbedingt in einem festlichen Rahmen feiern wollen.

Gäste wollen festlich feiern

„Das setzt aber auch die angemessene Kleidung voraus“, sagte Adler „Die Gäste haben für einen festlichen Büttenabend ihren Eintritt bezahlt, und sie wollen nach 24 Uhr nicht das Gefühl haben, plötzlich auf einer Kohlfahrt zu sein“, stellte er die Haltung klar. Auch intern werde darum eine Debatte um den generellen Einlass nach dem offiziellen Teil geführt. „Wir sind in der Kürze noch nicht zu einer übereinstimmenden Meinung gekommen. Aber natürlich möchten wir, dass die Besucher festlich feiern können, vor allem etwa auch Angehörige von Aktiven, die erst nach dem Programm hinzukommen“, so der GGV-Vizepräsident. Eine Lösung sei darum nötig, derzeit aber noch nicht in Sicht.