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Fasching in Ganderkesee 2018 Weise macht Narren für Ganderkeseer Faschingsbühne fit

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 21.09.2017, 22:39 Uhr

Der Ganderkeseer Fasching startet eine Qualitätsoffensive. Akteure sollen auf ihren Auftritt bei den Büttenabenden besser vorbereitet werden.

Vor der Bühne geht’s erst noch auf die Schulbank: Unter das Motto „Nur ein vorbereiteter Narr ist ein guter Narr“, stellt das Regie-Team des Ganderkeseer Faschings seine gestern Abend im Oldenburger Hof vorgestellte Qualitätsoffensive für die Büttenabende der 67. Session.

Mehr Qualität zum Ziel

Das Ziel: Wer gerne einen Sketch, eine Büttenrede oder eine Parodie auf der großen Bühne aufführen möchte, der soll gut vorbereitet sein, wenn er sich in der riesigen Halle am Steinacker Hunderten von Zuschauern stellt.

Multitalent Markus Weise hilft

Der Coach: Multitalent Markus Weise, bühnenerprobtes Kind der Ganderkeseer Faschingsfamilie seit 2004 und inzwischen staatlich geprüfter Darsteller für Clowntheater und Komik mit entsprechender Lehrbefähigung.

„Absolut perfekter Griff“

„Ein absolut perfekter Griff für dieses Genre“, spendete Kirstin Rohlfs, die mit Jens Hambach das Regieteam bildet, Weise reichlich Vorschusslorbeeren.

Die Zusammenarbeit mit dem 34-Jährigen ist auf Nachhaltigkeit angelegt – die nächsten drei Jahre soll Weise die Darsteller von Sprechrollen des Büttenabendprogramms unter anderem mit seiner theaterpädagogischen Professionalität zur Bühnenreife bringen.

Pflicht: Vor der Bütt erst noch zur Schule

Das gilt künftig nicht nur für „närrische Ersttäter“, sondern auch für bekannte Gesichter, wie das Regie-Duo Rohlfs und Hambach ausdrücklich betonte.

Neue Wege wollen Rohlfs, Hambach und Weise auch bei den Programmpunkten selbst gehen: „Es soll nicht nur einzelne Büttenredner geben“, betonte Kirstin Rohlfs, „wer etwa im Team einen Sketch aufführen will, ist auch gerne gesehen“, sagte sie. Bewerbungen von Auftrittswilligen nimmt das Team bis Ende Oktober an. Auch Redenschreiber werden gesucht.

Weise hat seinen Part der Zusammenarbeit genau definiert: „Ich bin kein verlängerter Arm des Regie-Teams, und schreibe den Akteuren auch keine Sketche oder Reden“, betonte er. Vielmehr wolle er mit den Faschingsbegeisterten ausloten, was möglich ist: „Eine Büttenrede hängt nicht nur vom Text ab, sondern auch von der Persönlichkeit“, erläuterte er. Das Entwickeln von authentischen Figuren stehe darum für ihn oben an.

Vision: „Büttenrednerschule“

Seine Vision: „Ich könnte mir eine Art ,Büttenrednerschule‘ vorstellen“, sagte er.

Dass die Qualitätsoffensive nichts mit professioneller Kommerzialisierung zu tun hat, machten Hambach und Rohlfs deutlich. „Bei uns treten alle Akteure ehrenamtlich auf“, sagte Hambach. Gleichwohl übe man nach jedem Büttenabend gezielte „Manöverkritik“, um festzustellen, dass manches noch besser sein könnte, so Rohlfs. Dazu gehört auch die oft zu hohe Lautstärke des Publikums bei Redebeiträgen. „Wir arbeiten dran“, kündigte Rohlfs an.

Für Jens Hambach ist klar, dass Auftrittswillige von Weise langsam an den großen Moment auf der Bühne herangeführt werden sollen. „Es ist schon ein Unterschied, ob ich auf einer Hochzeit von 60, 70 Gästen auftrete, oder gleich vor Hunderten“, erläuterte Hambach die Dimension. Darum auch die zunächst auf drei Jahre festgeschriebene Zusammenarbeit. An der Qualität will das Regieteam auch bei den Gesangsparts schrauben. Auch hier soll ein „Coach“ dabei helfen. Wer diese Rolle übernimmt, will das Team demnächst verraten.