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Fasching in Ganderkesee Närrisches Jahr voller Gänsehaut-Momente endet

Von Biljana Neloska | 02.11.2018, 09:39 Uhr

Die neue Faschingssession startet am 11.11. – das amtierende Prinzenpaar wird abdanken. Für Julia I. und Lars I. war ihre Regentschaft etwas ganz Besonderes.

Lehrerin Julia I. (Ewig) aus Ganderkesee und Landwirtschaftsmeister Lars I. (Hüneke) aus Steenhafe-Stenum wurden vor einem Jahr zum neuen Faschingsprinzenpaar proklamiert und werden mit Beginn der neuen Session am 11.11. ihre Faschingsmacht an ihre Nachfolger übergeben.

Als Julia I. und Lars I. haben sie das närrische Volk in Ganderkesee regiert. Für die beiden Faschingsfreunde war die Zeit als Prinzenpaar eine einzigartige Sache im Leben. „Es ist etwas ganz Besonderes und eine Ehre, als Prinzessin ausgewählt zu werden. Man ist sehr nervös. Und dann wird man gefragt: ja oder nein“, blickt Julia I. auf das vergangene Jahr zurück.

Vom Acker auf die Bühne

Für Beide war sofort klar, dass sie den Posten übernehmen wollen, obwohl vor allem Lars I. sehr überrascht war: „Ich persönlich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Ich war gerade auf dem Acker am Pflügen, als ich gefragt wurde. Und dann ging es los.“ Eine Woche vor der Proklamation begann es mit dem Kennenlernen des Gegenparts. Lars I. wurde zuvor eine halbe Stunde durch Ganderkesee gefahren, um die Spannung möglichst lange aufrecht zu erhalten. Es sei zunächst schon etwas seltsam, man habe sich beschnuppern müssen und geschaut, ob man mit dem anderen auch so sein kann, wie man ist. Aber es habe gepasst, erklärt das Prinzenpaar. Dann hieß es, die Ehrendamen kennenzulernen, die Schneiderin zu kontaktieren, Reden zu schreiben – alles unter strengster Geheimhaltung bis zur Proklamation.

„Das war schon ein geiler Moment“

„Das war schon ein geiler Moment, so auf die Bühne gehen“, erinnert sich Lars I. an den Abend vor fast einem Jahr. „Das was schon sehr toll. Der ganze Saal kommt vorbei, gratuliert dir und du wirst von allen geknuddelt“, erklärt die Prinzessin. Zusammen mit der Proklamation war auch das Eieressen nach der Feier das erste Highlight ihrer Amtszeit. „Wir waren noch bis spät in die Nacht mit ganz vielen Leuten unterwegs. Das war sehr schön“, sagen die Majestäten.

Und dann startete das Programm für die Faschingsregenten richtig: Generalprobe für die Büttenabende, dann der erste Büttenabend, an Weiberfastnacht mit Scheren unterwegs, reichlich Schlipse abschneiden und natürlich der große Faschingsumzug durch Ganderkesee. Zum Umzug wurde das Prinzenpaar abgeholt, die Nachbarn hatten vorab alles geschmückt. „Das ist eine tolle Erfahrung. Es sind so viele Menschen bemüht, etwas Schönes und Besonderes für einen zu machen“, so Julia I..

Prüfung steht noch an

„Das war ein Gänsehaut-Moment. Der Zusammenhalt unter den Nachbarn, das ist einfach toll“, betont Lars I.. Am Umzugstag wurden dann viele, viele Bonbons geschmissen, und die Majestäten erhielten den Schlüssel des Rathauses „als Zeichen, dass Ganderkesee uns, dem Narrenvolk, gehört“ , erinnert sich Lars I..

Diese Faschingsmacht gilt es demnächst abzugeben. Aber auch darauf freuen sich die scheidenden Majestäten. „Fasching in Ganderkesee, das ist eine Gemeinschaft, die sich jedes Jahr wiedertrifft. Und das ist schon etwas Besonderes“, so die noch amtierende Prinzessin. Sollte das Paar in die Riege der Ex-Prinzepaare aufgenommen werden – es gilt eine noch nicht bekannte Prüfung zu bestehen – „werden wird unser Leben lang damit verbunden sein“, blickt Julia I. voraus.