Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Fasching in Ganderkesee Querbeat rockt ein letztes Mal die Büttenabend-Bühne

Von Dirk Hamm | 19.01.2018, 15:17 Uhr

Sie sind als Stimmungsgaranten im Fasching um den Ring unverzichtbar, die fünf Hobbymusiker von Querbeat. Und dann das: Die Auftritte der Ganderkeseer Band bei den bevorstehenden Büttenabenden werden ihre letzten vor närrischem Publikum sein.

Viele Faschingsfreunde werden das erst einmal verdauen müssen: Stefan Keller, Dirk Brinkmann, Thomas Fleischer, Oliver Grube und Torge Kublank wollen in der nächsten Session nur noch Zuschauer beim Fasching sein. Still und heimlich von der großen Bühne abzutreten, das würde aber nicht zu ihnen passen. Querbeat will die Festhalle am Steinacker zum Ende einer 20-jährigen Ära noch einmal so richtig rocken.

Und am Donnerstagabend hat das Quintett für eine spektakuläre Premiere gesorgt: Erstmals ist eine Pressekonferenz zum Ganderkeseer Fasching live im Internet übertragen worden. Bestens gelaunt stellten sich die Bandmitglieder im Probenkeller bei Thomas Fleischer den Fragen der Presse und zahlreicher Facebook-User.

In 20 Jahren fast alles gespielt

Ganz weit vorne stand die Frage im Raum, warum Querbeat ausgerechnet jetzt aufhört, wo doch mitnichten zu befürchten steht, dass die Gruppe von der Bühne heruntergebuht wird? Sänger Oliver Grube erläuterte die Beweggründe: „Alles, was wir spielen wollten, haben wir in den 20 Jahren gespielt. Und das junge Publikum möchte eine Musik, die die Ballermann-Schiene bedient, das ist nicht unser Stil.“

In der Tat haben die Büttenabendgäste die Jungs von Querbeat über die Jahre in allen denkbaren Inkarnationen erlebt, Optik und Musik perfekt aufeinander abgestimmt, von den Beatles und Beach Boys bis zu Country und Schlager. Nur die Rolling Stones haben es nicht ins Cover-Programm der Ganderkeseer geschafft.

Keine reine Faschingsband

Und außerdem: Mit dem Abschied von den Büttenabenden ist keineswegs das Ende der Gruppe besiegelt. Im Gegenteil: „Wir sind keine reine Faschingsband. Es gab Querbeat vorher und es wird die Band danach weiter geben“, lässt Grube Spekulationen keinen Raum. Die Band sei dankbar dafür, dass der Fasching ihr ermöglichte, vor großem Publikum aufzutreten, betont der 49-Jährige zugleich: „Wenn du vor so vielen Leuten Musik machen darfst, das ist ein tolles Gefühl. Das macht richtig Spaß.“

In Zukunft wird der Rahmen bei Querbeats Auftritten deutlich kleiner ausfallen. Dann will die Band ihre vor zwei Jahren geborene Idee umsetzen und Unplugged-Wohnzimmerkonzerte geben.

Mit den Beatles schließt sich der Kreis

Für ihr letztes Acht-Minuten-Büttenabend-Programm – mit Zugaben dürfte dieser Zeitrahmen weit überschritten werden – haben die Querbeat-Mitglieder anders als bisher kein Thema gewählt. Stattdessen präsentieren sie ganz unterschiedliche Songs aus 50 Jahren, von der Beat-Nummer („Halbstark“) bis zum Top-40-Radiohit („Feuerwerk“). Und dann schließt sich mit den Beatles („Hey Jude“), die sie bei ihrem ersten Büttenabend-Auftritt 1998 verkörperten, der Kreis.

Nicht nur der nicht versiegen wollende Nachschub an „Molinari“, dem quasi offiziellen Getränk der Band, ist untrennbar mit Querbeat verbunden, auch der Humor gehört zu ihrer DNA. Davon konnten sich die Facebook-User überzeugen. Auf die britischen Altrocker Status Quo angesprochen, die angeblich nur drei Akkorde beherrschen, meinte Dirk Brinkmann: „Drei Akkorde finde ich viel, ich kann gar keinen.“ Dass die Fünf in Wirklichkeit musikalisch einiges draufhaben, bewiesen sie dann bei einem spontanen Privatkonzert für die Presse. So viel steht fest: Das Publikum der Büttenabende darf sich auf einen starken Abgang von Querbeat freuen.