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FDP beklagt fehlende Abstimmung Zu viele Windparks belasten Prinzhöfter Bürger

Von Thorsten Konkel | 26.08.2015, 18:32 Uhr

Viel Potenzial für die Windenergie, viel Grund zur Aufregung darüber: Die Harpstedter FDP hat die Windparkprojekte in der Samtgemeinde zum Thema einer Diskussionsrunde gemacht.

Ein Versagen bei der Abstimmung neuer Windparkstandorte, und damit verbunden die Nichtbeachtung von Gesundheitsinteressen betroffener Anwohner, hat der FDP-Kreistagsfraktionsvorsitzende Ernst-August Bode am Dienstagabend dem Kreis und beteiligten Kommunen vorgeworfen.

„Wie viel Windkraft verträgt die Klein Henstedter Heide?“, die Frage stellte die Harpstedter FDP öffentlich und hatte darum zur Diskussion in die Gastronomie Wasserburg geladen.

Termin vor Ort

Zuvor ließen sich die Freidemokraten, unter ihnen auch der FDP-Landtagsfraktionsvorsitzende Christian Dürr, dessen Stellvertreter Dr. Stefan Birkner und Angelika Brunkhorst, stellvertretende Vorsitzende des FDP-Landesverbandes aus Wohlde, vor Ort am Grenzweg in Prinzhöfte informieren.

F-Plan soll geändert werden

Hintergrund des Diskussionsabends war die derzeit laufende Flächennutzungsplanänderung der Samtgemeinde Harpstedt, die zusätzliche Flächen für die Windkraft ausweisen will – laut einer Potenzialanalyse zu rund 70 Prozent im Gebiet der Klein Henstedter Heide und in der Gemeinde Prinzhöfte.

Anwohner leiden unter Energiewende

Am Grenzweg fühlen sich Anwohner von bestehenden oder projektierten Windparks umzingelt. Sie fürchten, die Zeche für die Energiewende zahlen zu müssen. Ganz besonders betroffen ist Markus Ehlers. In der Nähe seines Grundstücks läuft bereits eine Freiland-Stromleitung vorbei. Die 380-kV-Höchstspannungsleitung von Ganderkesee nach St. Hülfe, die Strom aus Offshore-Windkraft transportieren wird, steht in Aussicht. Und auch die Windmühlen mehrerer Windparks drehen sich seit Langem in Sichtweite des Hofs.

40 Windräder mehr

Jetzt drohen weitere Projekte: „In nur 500 Metern Entfernung soll noch ein Windpark errichtet werden“, beschrieb er seine Lage – zwischen Feldern stehend, die mannshohe Maispflanzen zur Gewinnung von Bioenergie trugen. Von insgesamt 40 Windrädern war die Rede.

Brisanz brachten die Berechnungen Bodes in die Diskussion: Auf angrenzenden Gebieten der Gemeinden Ganderkesee, Dötlingen und der Samtgemeinde Harpstedt zöge sich bald eine Kette von Windrädern auf einer Länge von 15 Kilometern entlang, erklärte er. „Wir haben kein Verständnis für den Kreis, der die Aufstellung nicht beordnet“, sagte er.

Keine Abstimmung zwischen Gemeinden

Auch gebe es keine Abstimmung zwischen den Gemeinden. „Wenn wir uns beeinträchtigt fühlen, und Einwände geltend machen wollen, dann heißt es, sie können sich nicht äußern, sie kommen aus einer anderen Gemeinde“, klagte eine Betroffene aus Ganderkesee. Die Gemeinden würden sich so geschickt abschotten, argwöhnte sie.

Am Ende dennoch ein klares Ja zur Energiewende

Ein klares Ja zur Energiewende gab es am Ende trotz aller lokalen Sorgen. „Aber auch an die Gesundheit der Menschen muss dabei gedacht werden“, betonte Birkner. „Und die Belastungen müssen fair verteilt werden“, wünschte sich Markus Ehlers.