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FDP-Ortsverband besucht Betrieb Landwirt in Harpstedt: „EEG ist großer Mist“

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 30.05.2016, 20:33 Uhr

Landwirt und Biogas-Anlagen-Betreiber Frieder Eiskamp fühlt sich von der Politik im Stich gelassen. Im Gespräch mit Mitgliedern des FDP-Ortsverbands Harpstedt machte er seinem Unmut über das Energieeinspeisegesetzes Luft.

Mit der Landwirtschaft befassten sich die Liberalen bis zur Kommunalwahl im September schwerpunktmäßig, sagt Steffen Akkermann, Vorsitzender des FDP-Ortsverbands Harpstedt. Nicht zuletzt deshalb hatte die Partei für Montag zum Besuch des Gemischtbetriebs Frieder Eiskamp geladen – und ließ sich unter anderem eine Biogas-Anlage zeigen.

Landwirt in Harpstedt verzichtet auf Anbindehaltung

Eiskamp bewirtschaftet auf seinem Anwesen bei Harpstedt heute nach eigenen Angaben 190 Hektar. Seit 130 Jahren lägen die Geschicke des Hofs in den Händen seiner Familie. „Mit zwei, drei Kühen und ein paar Schweinen ging es los“, sagt der Landwirt. Heute lebten dagegen gar keine Schweine mehr auf dem Hof, erklärt Eiskamp. Er habe die Schweinehaltung vor knapp drei Jahren aufgegeben, weil sie sich für kleinere Betriebe nicht mehr rechne.

Sehr zufrieden dagegen gab sich Eiskamp mit seinen rund 80 Rindern, die er auch weiterhin halten wolle. 1997 habe er einen neuen Kuhstall mit viel Luft und Licht gebaut und sich zugleich von der Anbindehaltung verabschiedet. Seither benötige er kaum noch Antibiotika für seine Rinder.

Zu viel Geld für Strom

Die größeren Fragezeichen sieht Eiskamp hinter der Zukunft seiner Biogas-Anlage, die er 2008 in Betrieb genommen habe. Hiermit produziere er jährlich etwa 18 Millionen Kilowatt pro Stunde an Energie. Er heize mit seiner Anlage unter anderem die Schule und das Freibad. Da der Gesetzgeber aber aufgrund des neuen Energieeinspeisegesetzes (EEG) den Bau neuer Anlagen unterbinde, sehe er für die Zukunft des Biogases in Deutschland schwarz, so Eiskamp. Er fühle sich in dem hohen unternehmerischen Risiko, welches er mit dem Betrieb der Anlage eingegangen sei, von der Bundesregierung im Stich gelassen. Auch zahlten die Verbraucher zu viel Geld für Strom.

FDP setzt sich weiter gegen einseitige Förderung der Windenergie ein

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Christian Dürr, bestätigte Eiskamp in der Meinung, dass das EEG „großer Mist“ sei. Dürr bekräftigte, dass seine Partei weiterhin gegen die in seinen Augen einseitige Förderung der Windenergie ankämpfen wolle.