Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Fehlalarm Falsch gemeldeter „Bahnunfall“ auf dem Hohenborn beschäftigt Retter

Von Eyke Swarovsky | 27.06.2017, 12:07 Uhr

Die Alarmierung am Montagabend um 22.30 Uhr klang dramatisch: „Bahnunfall Auf dem Hohenborn“ hieß es in der Meldung der Großleitstelle Oldenburger Land. Am Ende stellte sich das Szenario jedoch anders dar.

Am Montagabend um 22.20 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren Bookholzberg, Hude, Falkenburg und Schierbrok-Schönemoor über Melder und Sirene zu einem Bahnunfall nach Schierbrok alarmiert. Am Bahnübergang „Auf dem Hohenborn“ sollte es auf der Bahnstrecke Delmenhorst-Oldenburg zu einem Unfall mit Personenschaden gekommen sein.

Zusätzlich zu den Feuerwehren waren ein Rettungswagen, ein Notarzt, die Polizei sowie ein Notfallmanager der Bahn alarmiert worden. Das berichtet die Feuerwehr.

Unübersichtliche Situation

Am Einsatzort eingetroffen, stellte sich die Situation laut Mitteilung der Feuerwehr als sehr unübersichtlich dar. Der betroffene Zug war schon ein ganzes Stück weiter gefahren und Verletzte gab es auf den ersten Blick auch nicht. Während die Feuerwehr Schierbrok die ersten Suchmaßnahmen nach einer möglichen verletzten Person unternahm, sollten die ebenfalls alarmierten Wehren vorerst im Standort verbleiben und auf eine Rückmeldung der Einsatzleitung warten.

Die Feuerwehr Schierbrok-Schönemoor setzte ihren neuen Bahnwagen ein, an dem Lampen befestigt wurden, um den Gleisbereich abzusuchen. Der Rettungsdienst aus Delmenhorst machte sich ebenfalls auf die Suche.

Zeugen klären Situation auf

Nach Gesprächen mit Zeugen stellte sich die Situation dann ganz anders dar, als zuerst angenommen. Demnach war eine ältere Dame mit Rollator trotz einseitig herunter gelassener Bahnschranken zu nah an die Gleise gegangen, als ein Zug nahte. Durch den Fahrtwind des Zuges wurde sie umgeworfen, wie Passanten berichteten.

Diese halfen ihr sofort auf und kümmerten sich um sie. Der Zugführer hatte die Frau ebenfalls bemerkt, konnte aber nicht mehr rechtzeitig bremsen. Er ging davon aus, die Frau getroffen zu haben, da sie stürzte, und setzte einen Notruf ab.

Seniorin ließ sich nicht aufhalten

Die laut Mitteilung „offensichtlich verwirrte Dame“ wollte allein in die Nacht weiter laufen, woraufhin die Passanten ebenfalls den Notruf wählten. Während der Anfahrt der Rettungskräfte ging die Frau trotzdem weiter und ließ sich nicht aufhalten. Der Sohn der Frau, der ebenfalls am Geschehen eintraf, gab an, sich um seine Mutter zu kümmern.

Nachdem die ganze Situation aufgeklärt war, konnte der Einsatz abgebrochen werden und sämtliche Einsatzkräfte wieder abrücken.