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Feier zum 70-jährigen Bestehen VdK Ganderkesee freut sich über steten Zuwachs

Von Dirk Hamm | 05.06.2017, 12:21 Uhr

Der Sozialverband VdK hat seine Mitgliederzahl in Ganderkesee seit 1993 mehr als verdreifacht. Geschätzt wird neben den Freizeitangeboten vor allem die Beratung in sozialrechtlichen Fragen.

Viele Vereine und Organisationen haben heutzutage mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen. Ein Problem, das Dieter Strodthoff als Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Ganderkesee nur vom Hörensagen kennt: „Der VdK ist einer der wenigen Vereine, die Zulauf haben.“

Und das nicht zu knapp, wie die Zahlen belegen: Waren in der Ganderkeseer Gliederung des Sozialverbands im Jahr 1993 noch 255 Mitglieder organisiert, so waren es 2007, als Strodthoff den Vorsitz übernahm, schon 444. Und zehn Jahre später hat sich diese Zahl noch einmal fast verdoppelt, auf jetzt 830 Mitglieder – Tendenz laut Strodthoff stetig steigend.

Verband hat zwei Standbeine

Um den Ortsverband ist es also gut bestellt im Jahr seines 70-jährigen Bestehens. Der runde Geburtstag wird am Sonntag, 18. Juni, ab 14.30 Uhr mit einem bunten Programm im aramäischen Gemeindezentrum an der Urneburger Straße gefeiert.

Liegt die anhaltende Zugkraft des VdK Ganderkesee in den gemütlichen Kaffeenachmittagen und diversen günstigen Ausflugs- und Urlaubsangeboten begründet? „Das K in VdK steht nicht für ‚Kaffeetrinker‘, wie oft scherzhaft gesagt wird“, betont der Vorsitzende. „Der VdK hat zwei Beine: Zum einen Rat, Hilfe und Rechtsschutz, zum anderen Freizeit und Geselligkeit.“

Mitglieder profitieren von Rechtsschutz

Unterstützung in rechtlichen Fragen erhalten die Mitglieder von den Sozialrechtsexperten des Verbands in der Kreisgeschäftsstelle an der Koppelstraße in Delmenhorst. Wenn es etwa darum geht, gegen einen negativen Bescheid beispielsweise beim Antrag für einen Schwerbehindertenausweis Einspruch einzulegen, bietet die professionelle Beratung und Unterstützung einen großen Vorteil, erklärt Strodthoff: „Wenn der VdK bei einer Behörde anruft, hat das schon deutlich mehr Gewicht.“

Zudem ist im Mitgliedsbeitrag von 6,14 Euro – Partner zahlen 3,07 Euro – ein Rechtsschutz in sozialrechtlichen Angelegenheiten enthalten. Zum Standbein Rat und Hilfe gehören auch zwei Infonachmittage pro Jahr zu Themen wie Rente und Pflege sowie eine Sprechstunde an jedem ersten Donnerstag im Monat von 16.30 bis 17.30 Uhr im Rathaus Ganderkesee.

„Die Sozialgesetzgebung wird immer komplizierter, da steigt man einfach nicht mehr durch. Dafür ist dann der VdK da, um seine Mitglieder zu unterstützen“, hebt Dieter Strodthoff hervor.

Günstige Urlaubsfahrten bis nach Mallorca

Die Motivation, sich dem Sozialverband VdK vor Ort anzuschließen, verteile sich aber „fifty-fifty“, schätzt der 67-Jährige: Für sehr viele Menschen, typischerweise um das 70. Lebensjahr herum, und gerade auch für Alleinstehende spiele der Faktor Geselligkeit beim VdK eine herausragende Rolle. Die Angebotspalette, die auch Nichtmitgliedern offensteht, reicht hier vom Klön- und Spiele-Club über die Stuhlgymnastik bis hin zum umfangreichen Programm an Kaffeefahrten, kulturellen Exkursionen und Urlaubsfahrten bis nach Mallorca. „Wir achten darauf, dass die Fahrten günstig sind“, sagt Strodthoff, und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ich sage immer: Wir sind der Golfclub des kleinen Mannes.“

Bis 1994 galt langer Name

Übrigens: Das K im Verbandsnamen rührt vom bis zum Jahr 1994 gültigen Namen her: Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands. Als am 15. Juni 1947 eine Ortsgruppe Ganderkesee aus der Taufe gehoben wurde, gab es noch keine Rentenversorgung für Kriegsopfer, wie einer Chronik zum 25-jährigen Jubiläum 1972 zu entnehmen ist. Das änderte sich erst wenig später, am 1. August 1947, durch eine Direktive der britischen Militärregierung.