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Fest der Kulturen in Hude Buntes internationales Fest im Kulturhof Hude

Von Reiner Haase | 14.06.2015, 18:49 Uhr

Hude hat sich am Sonnabend beim Fest der Kulturen weltoffen gezeigt. Musik, Tänze und Lieder begeisterten hunderte Besucher, bei exotische Leckereien oder einer Tasse Tee wurde geklönt.

Als Organisatoren eines Fests der Kulturen haben es Gundula Brunken und Afrim Zugoli am Sonnabend zum dritten Mal geschafft, hunderte Menschen vielfältiger Herkunft im Kulturhof zusammenzubringen. Vom Mittag bis in den frühen Abend wurde vieltönig und vielsprachig musiziert und getanzt. Der Duft exotischer Leckereien verlockte zum Zugreifen, und die Besucher nutzten ausgiebig die Gelegenheiten zum Klönen. Bürgermeister Holger Lebedinzew freute sich bei seiner Stippvisite am frühen Nachmittag über den klaren Ausdruck der Willkommenskultur in seiner Gemeinde.

Begegnung von Mensch zu Mensch baut Ängste ab

Auch Wulf Wolke stuft die Erfordernis, Gelegenheiten zum Kennenlernen zu schaffen, hoch ein. „Natürlich beschleichen Alteingesessene, vor allem Frauen, mulmige Gefühle, wenn unversehens Gruppen Dunkelhäutiger im Bahnhofstunnel auftauchen“, sagt der Initiator des im Oktober 2014 gegründeten Huder Netzwerks Asyl. Er hat nicht nur die Eritreer, eine rund 20-köpfige Gruppe geselliger junger Männer, angesprochen, sondern auch Huder Bürger, Vereine und Einrichtungen. So ist es selbstverständlich geworden, dass die aus dem Osten Afrikas geflüchteten Männer heute in Vereinen Sport treiben und Sportanlagen herrichten, sich in der DRK-Kleiderkammer nicht nur bedienen, sondern selbst mit anpacken, sich selbst fahrbare Untersätze in der Fahrradwerkstatt des Kulturhofs herrichten. „So bricht das Eis“, sagt Wolke. Wie zum Beweis liegen sich gerade ein alteingesessener Ehrenamtlicher und ein Neu-Huder in herzlicher Begrüßung im Arm. „Die Eritreer sind sehr zuvorkommend und kontaktfreudig“, kommentiert Wolke die Szene, „andere, zum Beispiel die Flüchtlinge aus Afghanistan, sind zurückhaltender, verdienen aber auch unsere Beachtung.“

Flüchtlinge stehen vor Chance

auf drei Jahre Bleiberecht

Einige Flüchtlinge aus Eritrea stehen laut Wolke vor einem aufregenden Ereignis: „Die zweite Anhörung steht an. Da durchzukommen ist in mehrfacher Hinsicht wichtig. Drei Jahre Bleiberecht, die Chance auf Arbeit und die Familienzusammenführung werden möglich.“

Siebenjähriger begeistert

mit Folklore aus Albanien

Beim Fest am Sonnabend haben junge Eritreer unbeschwert musiziert. Zu den Bühnenakteuren zählten auch die Heel Jacks, Zumba-Kinder und andere Musik- und Tanzgruppen. Beeindruckend auch der Auftritt Enkelejd Blaqris: In der Tracht seines Geburtslands trug er mit der Unbeschwertheit und Stimmkraft des Siebenjährigen Volkslieder aus Albanien vor.