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Finale Sturmschadensbilanz Zukunft der Wälder im Kreis Oldenburg in Gefahr

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 27.11.2017, 08:23 Uhr

Stenum/Hasbruch/ Landkreis Oldenburg. Vor allem zukunftsprägende Bäume und markante hölzerne Riesen sind den Naturgewalten in diesem Herbst zum Opfer gefallen. Schwerpunkte der Sturmschäden liegen im Stenumer Holz und im Hasbruch.

Angeschlagen und teils auch deutlich sichtbar verändert – so zeigen sich die örtlichen Wälder Wochen nach den heftigen Oktober-Stürmen, von denen vor allem „Xavier“ am 5. Oktober die größten Schäden angerichtet hat.

Der Zukunft des Hasbruchs übel mitgespielt

Auch der Zukunft des Hasbruchs hat „Xavier“ übel mitgespielt, wie die Landesforsten jetzt nach ihrer umfassenden Schadensanalyse bekannt geben.

Verlust an Holzmenge gering – aber „Kinderstube“ zerstört

Die klingt zunächst harmlos: „In der Revierförsterei Hasbruch sind die Schäden von der Holzmenge her überschaubar, wir rechnen mit einem Sturmholzanfall von vielleicht 150 Kubikmetern“, schildert Revierförster Jens Meier die Situation. Besonders betroffen ist dabei, wie berichtet, das Stenumer Holz. Viel schlimmer ist jedoch, dass der Sturm die langfristige Zukunft des Waldes bedroht: „Vielen gut gewachsenen Eichen, den ,Zukunftsbäumen‘ und ökologisch besonders wertvollen Habitatbäumen, hat der Sturm die Kronen herausgebrochen“, erläutert Meier die Bedrohung.

Ungewohnte Richtung der Stürme aus Norden schuld

Grund: „Die ungewohnte Richtung der Stürme aus Norden und das noch anhängende Laub hat viele Buchen und Eichen gebrochen oder umgeworfen, darunter zahlreiche landschaftsprägende Bäume, die wir als ,Ästheten‘ extra zur Verbesserung des Waldbildes belassen haben“, bedauert der Revierförster.

Landschaftsbestimmende Eichen nun weg

So waren im Stenumer Holz die landschaftsbestimmenden alten Eichen am Dorfring so geschädigt, dass sie zur Sicherheit der angrenzenden Häuser gefällt werden mussten. Auch die Allee am Fischerweg im Hasbruch wurde beeinträchtigt.

Stürme wüteten auch im Raum Harpstedt/Bassum

Weitere Schadensschwerpunkte gab es laut Auskunft der Landesforsten im Raum Harpstedt/Bassum und Emstek.

Nachdem die wichtigsten Wege frei geräumt sind, werden die anderen Bäume im Zuge der jetzt beginnenden winterlichen Holzernte nach und nach verwertet. Einen Teil der Bäume und Kronen nutze man für das Ökosystem des Waldes, erläutert Meier den Grund, warum die Wälder nicht gänzlich aufgeräumt werden.

Betreten weiterhin auf eigene Gefahr

Auch im Reiherholz sind die Sturmschäden an den Wegen mittlerweile behoben, der dortige Fried-Wald ist geräumt, wie Stephan Nienaber von der zuständigen Revierförsterei Oldenburg mitteilt. Er betont: „Das Betreten der Wege und der Wälder geschieht weiterhin auf eigene Gefahr“.