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Finanzieller Kraftakt für Hude Umbau des Bahnhofstunnels kostet Hude viel Geld

Von Reiner Haase | 11.06.2015, 17:56 Uhr

Die geplante Barrierefreiheit am Südende des Bahnhofstunnels wird für Hude ein finanzieller Kraftakt. Einzukalkulieren ist mindestens eine halbe Million.

Planer Dieter Mazur hat am Mittwoch im Huder Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt deutlich gemacht, dass der Abbau von Barrieren für Menschen mit Handicap am Südausgang des Bahnhofstunnels für die Gemeinde ein finanzieller Kraftakt wird. Das Büro PGT Umwelt und Verkehr, Hannover, hat verschiedene Möglichkeiten durchgerechnet, die steile Rampe hinauf zur Hohen Straße zu entschärfen, und ist auf Kosten zwischen einer halben und einer Million Euro gekommen. „Es geht, es wird gut, und es wird teuer“, lautet Mazurs Einschätzung in aller Kürze.

Das größte Problem ist die Topografie: Die Hohe Straße und der Rest von Hude-Süd liegen auf dem Geestrücken, die Bahnsteige auf dem Niveau der Weser- und Huntemarsch, der Tunnel noch darunter. Mazur stellte verschiedene Möglichkeiten vor, den Höhenunterschied mit einem Fahrstuhl oder mit einer verlängerten Rampe zu überwinden. Die Ratspolitiker nahmen den Vortrag ohne Kommentare zur Kenntnis; die Varianten sollen jetzt in den Fraktionen unter die Lupe genommen werden.

Fahrstuhl oder

verlängerte Rampe

Der Planer legte den Hudern zwei Varianten besonders ans Herz: Den Einbau eines Fahrstuhls an der Stirnseite des Tunnels und den Bau einer neuen Rampe mit Erhalt der alten. Größte Nachteile der kostengünstigeren Fahrstuhl-Lösung sind die jährlichen Betriebskosten von 15000 Euro und rund 15 Ausfall-Tage pro Jahr. Die Rampe mit einer Kehre, doppelt so lang und halb so steil wie die alte, würde ein schmaler Schlauch, am Ende mit meterhohen Seitenwänden. „Das bleibt immer ein dunkles Loch“, so Mazur.

Der Planer empfiehlt der Gemeinde, die Hohe Straße in Höhe des Bahnhofs so umzugestalten, dass Autofahrer automatisch das Tempo drosseln. Aus Platzgründen sollten Radfahrer auf die Fahrbahn gebracht werden und Halteplätze für Autos wegfallen. Dafür könne Ersatz geschaffen werden, teilte Mazur dem besorgt nachfragenden Andreas Otte vom Gewerbe- und Verkehrsverein mit.