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Firmenbesuch in Wildeshausen Wenige Bewerber streben in die Werbetechnik

Von Dirk Hamm | 29.08.2017, 18:19 Uhr

Der Beruf des Werbetechnikers verlangt ein hohes Maß an handwerklichem Geschick, außerdem sind räumliches Denken und Kreativität gefragt.

Davon konnte sich heute Morgen eine kleine Gruppe von Lehrern und Schülern der Realschule sowie der Berufsbildenden Schulen (BBS) Wildeshausen ein Bild machen. Die Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative (Zwaig) hatte zu einer Besichtigung der Werbeagentur Team Iken in der Kreisstadt eingeladen.

Alles aus einer Hand

Bei dem Unternehmen handelt es sich um eine Full-Service-Agentur, das heißt, dass von der Konzeption einer Kommunikationsstrategie für den Kunden bis hin zum Anfertigen und Installieren diverser Außenwerbemittel alles aus einer Hand angeboten werden kann. „Früher hatte der Schriftenmaler alles in Handarbeit gemacht, heute kommen hochmoderne Maschinen wie Plotter und Drucker zum Einsatz“, verdeutlichte Peter Sperling, stellvertretender Produktionsleiter im Team Iken, seinen Gästen die Wandlung des Berufsbilds.

Aus Schriftenmaler wurde Werbetechniker

Entsprechend hat sich die Berufsbezeichnung verändert, aus dem Schriftenmaler wurde der Werbetechniker für Schilder- und Lichtreklame. Einen immer größeren Stellenwert für das Wildeshauser Unternehmen nimmt die Folierung von Fahrzeugen ein. Gerade hier seien die feinmotorischen Fähigkeiten der Mitarbeiter gefordert, betonte Sperling. Acht Mitarbeiter beschäftigt Team Iken im technischen Sektor, darunter zwei Auszubildende. „Die Chance, übernommen zu werden, ist gut“, erklärte der Werbefachmann.

Im Hinblick auf die Bewerbersituation ergibt sich für die Wildeshauser Firma kein einheitliches Bild: „Wir haben im Bereich Konzeption und Grafik sehr viele Bewerber. In der Werbetechnik könnten es mehr sein“, sagte Sperling. Im handwerklichen Bereich der Werbebranche werde es „immer schwerer“, geeignete Bewerber zu finden.

Chancen auch für Hauptschüler

Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung in dem sehr abwechslungsreichen Beruf nannte der stellvertretende Produktionsleiter einen guten Hauptschul- oder Realschulabschluss. Vorgeschaltet werde beim Team Iken immer ein etwa zweiwöchiges Praktikum, um festzustellen, ob es beiderseits passt.

Sperling will auch jungen Frauen Mut machen, sich für den Beruf der Werbetechnikerin zu interessieren. Zwar könne es etwa beim Messebau auch sehr anstrengend werden und müsse auch mal auf dem Gerüst gearbeitet werden. Der vielfältige Beruf biete aber jedem die Möglichkeit, seine Sparte zu finden.