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Flüchtlinge auf Wohnungssuche Nächster Schritt bei der Integration in Hude

Von Dirk Hamm | 16.05.2017, 18:06 Uhr

Zahlreiche Geflüchtete in Hude, die bislang in einer von der Gemeinde bereitgestellten Unterkunft leben, müssen sich jetzt eine eigene Wohnung suchen.

Nach Angaben von Bürgermeister Holger Lebedinzew und der Flüchtlingsbeauftragten der Gemeinde, Gundula Brunken, besitzt inzwischen etwa die Hälfte der 294 derzeit in Hude lebenden Flüchtlinge einen anerkannten Asylstatus. Das bedeute, dass mit dem Bescheid über den Leistungsbezug nach Sozialgesetzbuch (SGB) II zugleich die Aufforderung erfolgt, sich um eine neue Wohnung zu bemühen.

Gemeinsamer Aufruf von Gemeinde und Netzwerk Asyl

Da sich diese Suche aufgrund des gesättigten Wohnungsmarkts in Hude in den meisten Fällen schwierig gestalten dürfte, haben die Gemeinde und das Netzwerk Asyl einen gemeinsamen Aufruf gestartet: Potenzielle Vermieter, die Wohnraum anbieten können, mögen diesen auch an Flüchtlinge vermieten.

Etwaige Vorbehalte gegen diese Personengruppe, wie sie laut Wulf Wolke vom Netzwerk Asyl etwa bei Maklerbüros festzustellen sind, seien unberechtigt, betont Lebedinzew: „Die Mieter sind sozial ‚gecastet‘ durch das Netzwerk, die Vermieter bekommen handverlesene und betreute Familien als Mieter.“

Jetzt mit Wohnungssuche dritte Phase der Integration

Nach Angaben Wolkes engagieren sich gut zweieinhalb Jahre nach Gründung des Ehrenamtlichen-Netzwerks noch immer etwa 65 Bürger aktiv in der Betreuung der Flüchtlingsfamilien. Für viele beginne nach dem Ankommen und dem Abschluss der Integrationskurse in den kommenden Wochen und Monaten die dritte Phase der Integration in Hude.

Die Gemeinde setzt laut Brunken auch darauf, dass einige der Vermieter, die der Gemeinde Wohnraum für die Flüchtlingsunterkünfte vermietet haben, bereit sind, die Mietverträge für die anerkannten und nun SGB-II-Leistungen beziehenden Flüchtlinge umzuschreiben.

Gleiche Behandlung auch für Flüchtlinge gefordert

„Es wäre schön, wenn diese Menschen wie alle anderen auch behandelt werden bei der Wohnungssuche“, sagte Lebedinzew. Diese Gleichbehandlung gelte in beide Richtungen, die anerkannten Asylbewerber würden aufgefordert, sich um eine Wohnung zu bemühen. Dies sei auch außerhalb Hudes möglich. Die Gemeinde lasse niemanden auf der Straße stehen, wenn die Wohnungssuche erfolglos bleibt.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Gemeinde die Miete im Auftrag des Mieters, wenn es sich um einen Leistungsbezieher handelt, direkt an den Vermieter überweist. Der Bezug von Sozialleistungen ist zugleich mit Grenzen bei der Wohnungsgröße und mit Miethöchstsätzen verbunden.

Flüchtlingsunterbringung in Ganderkesee Thema im Ausschuss

Wie sich das Thema Flüchtlinge und Wohnungssituation in der Gemeinde Ganderkesee darstellt, war gestern von der Verwaltung nicht zu erfahren. Das Rathaus verwies auf die Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesellschaft am Dienstag, 23. Mai, 18 Uhr, dann steht die Flüchtlingsunterbringung auf der Tagesordnung.