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Flüchtlinge im Landkreis Oldenburg Für junge Flüchtlinge beginnt jetzt der Schulalltag

Von Reiner Haase | 12.01.2016, 16:43 Uhr

Die Zahl der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge wächst. Eine erste Gruppe aus dem Jugendhof Steinkimmen lernt in Bookholzberg den Schulalltag kennen.

Junge Flüchtlinge aus dem Jugendhof Steinkimmen lernen seit Montag in Bookholzberg den Alltag in einer deutschen Schule kennen. „Sie sind vorläufig unter den Fittichen der Volkshochschule in einer eigenen Gruppe untergebracht. In Kürze sollen sie am Unterricht der Oberschule teilnehmen“, berichtet Martin Ahlrichs, der Leiter des Jugendamts des Landkreises Oldenburg, der die Erstunterkunft für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge seit Anfang November auf dem Jugendhof Steinkimmen betreibt.

Zuzüge vor allem aus Bremen

Der Jugendamtsleiter präzisiert die in der vergangenen Woche im Kreishaus genannten Zahlen zu den unbegleiteten Jugendlichen. Im Landkreis seien seit November 67 der niedersachsenweit 4500 Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren angekommen. Sieben Jugendliche seien dem Landkreis schon angekündigt worden, mit weiteren Zugängen sei zu rechnen. Die meisten kommen laut Ahlrichs aus Bremen in den Landkreis. „Dort sind unglaublich viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge angekommen. Die Behörden schaffen es gar nicht, sie zu registrieren“, erklärt der Jugendamtsleiter des Landkreises. Die Weisung aus Berlin, die jungen Flüchtlinge nicht mehr in einigen großen Städten zu konzentrieren, sondern in der Fläche der Bundesländer zu verteilen, gilt seit Anfang November.

Pflegefamilien eingeschaltet

Die unbegleiteten Jugendlichen werden in Steinkimmen und in einer Wohngruppe des Wichernstifts betreut. Einzelne Jugendliche sind in vorhandene Wohngruppen integriert, unter anderem auf dem Lindenhof in Hude, auf dem Muhlehof in Dötlingen und auf dem Hof Schulenberg in Huntlosen. Zwei Jugendliche sind in Pflegefamilien weitergeleitet worden, für zwei weitere steht das laut Ahlrichs in Kürze an. Mit den erfahrenen Betreibern der Jugendhilfe im Landkreis werde über zusätzliche Wohngruppen gesprochen. „Wir sind auf dem Weg“, sagt der Jugendamtsleiter, „aber es geht langsam.“

Schule bedeutet Tagesstruktur

Für die ersten 14- und 15-Jährigen vom Jugendhof bedeutet die tägliche Abfahrt des Schulbusses frühmorgens Richtung Oberschule Bookholzberg und mittags zurück einen Zugewinn an Tagesstruktur. „Wenn der Tag strukturiert ist, kommt niemand aus Langeweile auf dumme Gedanken“, sagt Ahlrichs. Er kündigt den getakteten Tag auch für die 16- und 17-Jährigen auf dem Jugendhof an: Vom 1. Februar an fahren die Älteren werktäglich in die Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen.