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Flüchtlinge im Landkreis Oldenburg Jugendliche Flüchtlinge bringen Ansprüche mit

Von Reiner Haase | 11.01.2016, 16:37 Uhr

Die Zahl der unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge wächst im Landkreis Oldenburg schnell. Die Jugendhilfe stellt sich besonderen Anfordungen.

Kurz vor Weihnachten wurden 56 Jugendliche gezählt, die den Landkreis Oldenburg mit Flüchtlingsbussen ohne Begleitung Erwachsener erreicht hatten. In der letzten Woche seien es schon über 70 gewesen, berichtet Bodo Bode, der Leiter des Amts für Arbeit und soziale Sicherung im Kreishaus. Mit weiteren Jugendlichen werde gerechnet.

Wohngruppen eingerichtet

„Aus der Not heraus“ betreibe der Landkreis auf dem Jugendhof in Steinkimmen eine eigene Einrichtung. Dazu sind laut Bode für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge Wohngruppen im Wichernstift in Elmeloh und im Internat des Berufsförderungswerks in Bookholzberg eingerichtet worden.

Flächendeckende Verteilung neu

Für den Landkreis Oldenburg sind unbegleitete Jugendliche unter den Flüchtlingen seit Herbst 2015 ein bedeutsames Thema geworden. Bis dahin hatten den Landkreis laut Jugendamtsleiter Martin Ahlrichs nur ein bis zwei Jugendliche pro Jahr erreicht, weil der weitaus größte Teil in den großen Städten mit ihrer ausgeprägten Infrastruktur aufgefangen wurde. Seit Anfang November gilt in der Flüchtlingspolitik, dass auch die Jugendlichen flächendeckend auf die Kommunen verteilt werden.

Recht auf Bildung

Das Recht auf Bildung ist ein Anspruch, den die 14 bis 17 Jahre alten Flüchtlinge wie jeder andere Jugendliche mitbringen. Ihnen werden deshalb so schnell wie möglich über die Volkshochschule die Grundlagen der deutschen Sprache vermittelt. Die 14- und 15-Jährigen besuchen mit diesem Rüstzeug anschließend die Oberschule. Den 16- und 17-Jährigen wird an den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen Bildung vermittelt.

Pflegefamilien gesucht

„Die Jugendlichen brauchen eine Tagesstruktur“, sagt Petra Furmanek, Fachbereich Jugendschutz. Erfahrene Träger der Jugendhilfe sind deshalb die Partner des Jugendamts vor Ort, in Steinkimmen zum Beispiel der Verein Plan A und im Wichernstift die Diakonie. Geschaut wird auch, ob unter den Jugendlichen solche sind, die in einer Pflegefamilie besser aufgehoben sind als in einer Wohngruppe. Für sie werden Bereitschaftspflegefamilien für kurze Zeiträume und Familien gesucht, die einen Jugendlichen für längere Zeit aufnehmen wollen. Ansprechpartnerin ist Silvia Hiemann, Telefon (04431) 85609.