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Flüchtlinge im Landkreis Oldenburg Junge Flüchtlinge auf Jugendhof untergekommen

Von Reiner Haase | 24.11.2015, 19:02 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Unbegleitete jugendliche Flüchtinge haben den Jugendhof Steinkimmen bezogen. Sie werden auf den Schulbesuch vorbereitet.

Der Jugendhof Steinkimmen wird seinem Namen auf neue Weise gerecht. Die Einrichtung ist kurzfristig zu einer Betreuungsstätte für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge geworden. Parallel dazu wird im Wichernstift in Elmeloh eine Wohngruppe für unbegleitete Jugendliche vorbereitet. Der sechs Wochen alte Plan, dort die erste Auffangeinrichtung für neun junge Flüchtlinge einzurichten, ist von der Tagesaktualität überholt.

Dynamische Entwicklung

„Eine dynamische Entwicklung“ hat laut Martin Ahlrichs, dem Jugendamtsleiter des Landkreises Oldenburg, den Schwenk bewirkt. Mit den Flüchtlingen, die der Landkreis im Zuge der Amtshilfe für das Land Niedersachsen in zwei Turnhallen in Wildeshausen aufgefangen hat, hätten auch Jugendliche den Landkreis erreicht. Vor zwei Wochen sei das Jugendamt noch von 11 Jugendlichen ausgegangen; 35 Jugendliche seien jetzt schon registriert. Aufgrund der tatsächlichen Flüchtlingszahlen geht das Jugendamt davon aus, dass sich die aktuelle Zielzahl von 48 Jugendlichen in Kürze verdoppelt haben wird. „Wenn wir die 100 knacken, müssen wir neu nachdenken“, kündigte der Jugendamtsleiter am Dienstag an.

Standards regulärer Jugendhilfe

„Wir haben am 9. November auf dem Jugendhof losgelegt“, berichtete Ahlrichs am Dienstag im Jugendhilfeausschuss des Kreistags. Grundlagen seien die Regeln für stationäre Jugendhilfeeinrichtungen. „Wir erreichen das mit Ausnahme der Unterbringung“, sagte Ahlrichs. Spannend sei die Frage, ob das Landesjugendamt die Nutzung des Jugendhofs auf diese Weise erlaubt.

100 Stunden Deutsch-Unterricht

Der Landkreis tut viel für die gute Betreuung der 14- bis 17-Jährigen aus Afghanistan und Syrien. Der Jugendhof sei zuständig für die tägliche Betreuung, Unterbringung und Verpflegung. Die pädagogische Betreuung habe der erfahrene Verein Plan A übernommen. Mit der Volkshochschule werde gerade geklärt, wie die 100 Stunden Deutsch-Unterricht organisiert werden können, die dem Besuch regulärer Schulen vorgeschaltet werden. Die Jüngeren sollen die Oberschule Ganderkesee besuchen, die Älteren die Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen, berichtete Ahlrichs.

Kleine Gruppen weiter das Ziel

Auf Nachfrage Marion Daniels (FDP) stellte der Jugendamtsleiter klar, dass über die Dauer des Aufenthalts auf dem Jugendhof zurzeit keine Angaben gemacht werden können. „Wir sammeln gemeinsam Erfahrungen“, so Ahlrichs. Mit den etablierten Trägern von Jugendhilfeeinrichtungen werde weiter über die kleineren Klärungsgruppen gesprochen. In ihnen können auch die Jugendlichen herausgefiltert werden, die von Familien aufgenommen werden können, die dafür Interesse bekundet haben und als geeignet eingestuft sind.