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Flüchtlinge im Schützenhof Ganderkeseer Schützen überlegen, Schießbetrieb einzustellen

Von Thomas Deeken | 30.10.2015, 14:02 Uhr

Die Mitglieder des Schützenvereins Ganderkesee wollen möglicherweise für das nächste halbe Jahr ihren Schießbetrieb auf dem Luftgewehrstand des Schützenhofes einstellen. Das haben der 1. Vorsitzende Thomas Chmielewski und der 2. Vorsitzende Konrad Lübbe am Donnerstagabend bei einer kurzfristig einberufenen Mitgliederversammlung vor rund 25 Schützen bekannt gegeben. Der Grund: Auf der Anlage werden in den nächsten Wochen bis zu 113 Flüchtlinge täglich verpflegt.

Lübbe wollte sich allerdings noch nicht genau festlegen. „Wir warten mal ab, wie es am 1. Dezember aussieht. Ob das Schießen dann noch möglich ist“, so der 2. Vorsitzende, der ein deutliches Signal seitens des Vereins gab, bereit zu sein, die Flüchtlinge in den beheizten Räumen aufzunehmen. „Wir sind froh, dass wir der Gemeinde helfen können.“ Oberschießmeisterin Cindy Klüner ergänzte: „Wir sollten auch den Mut haben, zum Beispiel bei der Essensausgabe mitzuhelfen. Das ist eine dankbare Aufgabe.“

Trennwände könnten installiert werden

Der ehemalige Vereinschef Karl-Heinz Riebold sprach sich dafür aus, den Schießwettbewerb in der Halle fortzuführen. Er könne sich um Trennwände kümmern. Nicht betroffen sei das Kleinkaliberschießen, hieß es seitens der Schützen.

Um 19 Uhr Verpflegung beendet

Markus Hansen, Wirt des Schützenhofes, verpflegt in der Halle derzeit bis zu 40 albanische Flüchtlinge , die in der Turnhalle am Habbrügger Weg untergebracht sind. In den nächsten Wochen werden dann diejenigen Flüchtlinge zum Essen erwartet, die in der neuen Mobilhalle im Stadion unterkommen . Hansen lobte das disziplinierte Auftreten der Albaner, die bisher spätestens um 19 Uhr den Schützenhof verlassen hätten, sodass danach auf dem Stand geschossen werden könne. Er habe keinerlei Bedenken, dass etwas kaputt gehen könnte, wenn die Luftgewehranlage aufgebaut bleibe.

Mit der Gemeinde Ganderkesee sei zunächst ein Nutzungsvertrag für ein halbes Jahr abgeschlossen worden. „Wir wissen aber nicht, wie die Entwicklung weitergeht“, sagte Lübbe.

Bezogen werden soll die winterfeste Halle im Stadion zwischen dem 9. und 13. November – nach Wunsch der Gemeinde nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach. Die Halle, die 70 mal 15 Meter misst, soll insgesamt 75 Flüchtlingen Platz bieten.

Infoveranstaltung am 3. November

Einen genauen Überblick über die aktuelle Flüchtlingssituation in der Gemeinde Ganderkesee soll es bei der zweiten großen Informationsveranstaltung am kommenden Dienstag, 3. November, geben. Beginn ist um 18 Uhr in der Mensa des Ganderkeseer Schulzentrums.