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Flüchtlinge in der Gemeinde Hude Flüchtlingszahl in Hude verdoppelt sich bis Ende März

Von Reiner Haase | 22.01.2016, 16:17 Uhr

Hude rechnet bis Ende März mit einer Verdopplung der Flüchtlingszahl auf 342. Die Gemeinde verstärkt das Personal, das Netzwerk Asyl sucht Verstärkung.

Anders als in anderen Kommunen im Landkreis Oldenburg sind in der Gemeinde Hude alle Flüchtlinge dezentral in Wohnungen untergebracht. Jetzt werde es aber eng, sind Bürgermeister Holger Lebedinzew und seine „Quartiersmanagerin“ im Fachbereich Soziales Gundula Brunken überzeugt: „Stand gestern leben bei uns 174 Flüchtlinge. Ende März sollen es 342 sein“, berichtet der Bürgermeister.

Weiter Wohnungen gesucht

„Zurzeit haben wir vier Wohnungen, die noch nicht ganz ausgestattet sind“, ergänzt Brunken. Als gebürtige Huderin „mit guter Vernetzung“, wie sie selber sagt, habe sie weitere Objekte im Blick. „Sicherheit gibt es aber erst, wenn die Unterschriften trocken sind“, ergänzt sie. Brunken appelliert an die Huder Wohnungseigner, der Gemeinde weiteren Wohnraum anzubieten. Für die nächste Woche hat der Landkreis der Gemeinde acht Männer aus dem Iran und eine größere Familie avisiert.

Migranten verstärken das Personal

Die Gemeinde hat sich vielfältig auf den Zustrom von Flüchtlingen eingestellt. Mit Brunken, Ramona Dahms, Jessica Kieselbach und Marie Herrmann, die aus dem Fachbereich Gemeindeentwicklung zum Sozialen übergewechselt ist, kümmert sich ein fester Kreis von Mitarbeiterinnen um alle Flüchtlingsthemen. Eingehende E-Mails werden zentral erfasst und gegebenenfalls gezielt weitergeleitet. Afrim Zugoli, selbst Migrant, wird Anfang April vom Mini-Jobber als Hausmeister zur Vollzeitkraft für mittlerweile 36 Flüchtlingswohnungen. Eine Irakerin und eine Syrerin, beide Ein-Euro-Jobberinnen, unterstützen das Sozialamt und den Sozialarbeiter der Diakonie als Dolmetscherinnen mit 30-Stunden-Verträgen. „Das ist eine absolute Bereicherung“, freut sich Brunken, „sonst können wir uns oft nur mit Händen und Füßen verständigen.“

Netzwerk Asyl sucht Verstärkung

Angesichts der anstehenden Verdopplung der Flüchtlingszahl sieht Bürgermeister Lebedinzew das ehrenamtliche Netzwerk Asyl vor einer großen Herausforderung. „100 Ehrenamtliche – das hört sich nach viel an. Aber wir brauchen Unterstützung in allen Bereichen“, sagt Netzwerk-Sprecher Wulf Wolke. „Das Herzstück, die persönliche Betreuung jedes Flüchtlings, werden wir nicht aufrecht erhalten können“, ergänzt er. Willkommen sei auch, wer nur für vier Wochen Zeit opfern könne oder hin und wieder eine oder zwei Stunden. „Jeder bringt so viel ein, wie seine Verhältnisse es zulassen“, stellt Wolke klar.