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Flüchtlinge in Ganderkesee Als Nachbar mit Flüchtlingen gewinnen

Meinung – Reiner Haase, Reiner Haase | 19.02.2016, 20:32 Uhr

Die Bürgermeisterin erntet Beifall für die Aussage, die große Turnhalle in Heide nicht als Flüchtlingsunterkunft nutzen zu wollen. Das ist nur allzu verständlich, wird dem Sport doch zu Recht große Integrationskraft zugesprochen.

Aber die Medaille hat eine Kehrseite. Die Menschen aus fremden Kulturen, die zurzeit in ungewohnt großer Zahl zu uns kommen, können die Gemeinschaft bereichern. Beispielhaft sei der Leiter der Oberschule in Bremen-Woltmershausen genannt. Er sagt nach dem auf einige Monate begrenzten Verzicht auf den Schulsport in der Halle: „Jederzeit wieder“. Er betont, dass Schüler, Lehrer und Eltern im interkulturellen Miteinander und in guter Nachbarschaft zu den Flüchtlingen unschätzbar positive Erfahrungen gesammelt haben. Er sagt aber auch, dass der Hallen-Mitnutzer TS Woltmershausen gelitten hat, weil der Vereinssport viel Hallenkapazität eingebüßt hatte. Und wieder eine Kehrseite: Die Sportler sind froh, dass die Flüchtlinge nur ein paar hundert Meter weitergezogen sind. So bleibt ihnen der Handballer unter den Syrern erhalten, der Zeit hat, täglich mit dem Vereinsnachwuchs zu trainieren. Der soziale Frieden ist jedenfalls nicht gestört.