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Flüchtlinge in Ganderkesee Ausschuss ebnet Weg zu schlichten Flüchtlingsbauten

Von Reiner Haase | 19.11.2015, 22:39 Uhr

Der Fachausschuss in Ganderkesee ist für Schlichtbauten für Flüchtlinge an der Westtangente. Die Verwaltung mahnt Eile an.

Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung hat am Donnerstag mit großer Mehrheit dafür gestimmt, auf Grundstücken im Gewerbegebiet an der Westtangente in begründeten Ausnahmefällen Gebäude zu sozialen Zwecken zuzulassen. Damit ist die Gemeinde dem Ziel näher gekommen, auf einem Grundstück im südlichen Bereich des Gewerbegebiets Holzrahmenbauten für Flüchtlinge errichten zu lassen.

Firma bietet Fläche an

Das Grundstück hatte sich die Firma Starofit schon vor etlichen Jahren für Erweiterungen reserviert. Angesichts der Flüchtlingssituation hat sie angeboten, die schlichten, aber festen Bauten auf die derzeit nicht benötigte Fläche stellen zu lassen.

Zügige Realisierung möglich

Das ist bisher nicht möglich, weil der Gemeinderat vor -zig Jahren die soziale Nutzung von Flächen ausschließen und ausschließlich die gewerbliche Entwicklung der Gemeinde fördern wollte. Das soll nun geändert werden, und das ist laut Peter Meyer, dem Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung, wesentlich zügiger möglich als eine Neuplanung von Anfang an auf einer anderen freien Fläche. „Bis ein Bebauungsplan auf den Beinen steht, ist mindestens ein Jahr vergangen. Wir müssen in die Puschen kommen“, so Meyer.

Gemeinde verliert Einfluss

Auf Nachhaken Hans-Jürgen Hespes (FDP) räumte Meyer ein, dass die Gemeinde Einfluss darauf verliert, wie sich das Gewerbegebiet weiterentwickelt. Soziale Nutzung werde hier auch in anderen Bereichen grundsätzlich möglich. Er stellte klar, dass Ausnahmen begrenzt sind und dass der Landkreis das Einvernehmen der Gemeinde einholen muss. „Ich glaube nicht, dass irgendein Inhaber die Umwandlung seines Betriebs beantragen wird“, so Meyer. Hespe blieb skeptisch, ebenso Otto Sackmann (UWG/Marbach) und Arnold Hansen (Freie Wähler).

Ersatz für Notunterkünfte

„Wir brauchen Standorte als Ersatz für die Notunterkünfte“, betonte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas. Sie kündigte dem Ausschuss den Vorschlag an, an anderer Stelle in der Gemeinde ein Gebäude abzureißen und durch Holzrahmenbauten zu ersetzen.