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Flüchtlinge in Harpstedt Delme-Turnhalle in Harpstedt wird Flüchtlingsheim

Von Reiner Haase | 20.11.2015, 17:43 Uhr

Harpstedt macht die Delme-Turnhalle zur Unterkunft für Flüchtlinge. Sie bietet Platz für 46 Betten. Die ersten Asylsuchenden werden in der zweiten Dezember-Woche erwartet.

Einrichtungswechsel in der Delme-Turnhalle in Harpstedt: Barren, Matten und Tischtennisplatten werden herausgetragen und -geschoben, Paletten mit Bettgestellen und zusammengerollte und eingeschweißte Matratzen kommen hinein. „Wir bereiten eine Unterkunft vor. Sie wird von der zweiten Dezemberwoche an von Flüchtlingen bezogen“, berichtet Herwig Wöbse (CDU), der Bürgermeister der Samtgemeinde. Die Gemeinde werde der Flüchtlingsbehörde 46 freie Plätze ab 7. Dezember melden. „Dann haben wir die aktuelle Quote von 150 Asylbewerbern in Harpstedt bis Ende Januar vorzeitig erfüllt“, so Wöbse.

Aufenthaltsgebäude nebenan

Die Halle werde mit Bauzaun-Elementen und schwer entflammbaren Folien in Bereiche für zwei bis vier Personen aufgeteilt, kündigt der Bürgermeister an. In Harpstedt würden bessere Bedingungen geboten als an anderen Standorten. Das begründet Wöbse mit der Möglichkeit, den Flüchtlingen tagsüber das Versorgungsgebäude des Kreisjugendzeltplatzes gleich neben der Turnhalle als Aufenthaltsort anzubieten. Dreimal am Tag werde dort eine Mahlzeit ausgegeben, es werde ein Fernseher aufgestellt, es werde W-LAN geben. In beiden Gebäuden gebe es Sanitäranlagen. Der Rund-um-die-Uhr-Wachdienst ist jetzt schon vor Ort.

Ehrenamt wird geschont

Ehrenamtliche will die Gemeinde nicht in die Essensausgabe einspannen: „Sie haben mit der Betreuung vor Ort und mit Begleitungen genug zu tun“, meint der Bürgermeister. Der Kreis der Flüchtlingshelfer sei mit der Zahl der Flüchtlinge gewachsen, dürfe aber nicht überfordert werden. „Der Flüchtlingshelferkreis ist gerade dabei, die Aufgaben effektiver zu verteilen“, weiß Wöbse.

Halle längere Zeit belegt

Die Delme-Turnhalle werde dem Sport für längere Zeit entzogen, sagt der Bürgermeister voraus. Die Vereine seien am Dienstag informiert worden. „Vieles regeln die Vereine jetzt unter sich, zum Beispiel gemeinsame Übungsstunden und Terminverschiebungen“, so Wöbse. Am Donnerstag, 26. November, will er die Vereinsvertreter zusammenrufen. Dann soll auf die Reihe gebracht werden, was noch nicht geklärt ist.

Freie Unterkünfte gesucht

Harpstedt will darauf vorbereitet sein, wenn sich die Asylbewerberquote bis Sommer 2016 auf 300 verdoppelt. Bisher sei man in der Samtgemeinde mit dezentraler Unterbringung in angemieteten Wohnungen ausgekommen. „Der ganz große Druck ist bei uns noch nicht angekommen, aber er steigt“, stellt Wöbse fest. Er bittet deshalb, freie Unterkünfte, auch leere Büro- oder Lagergebäude, zu melden. „Eine zweite Turnhalle wollen wir nicht hergeben“, stellt Wöbse klar.