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Flüchtlingsfamilien ziehen um Haus Cristina in Rethorn wieder mit Leben erfüllt

Von Dirk Hamm | 13.06.2016, 20:44 Uhr

Sechs Jahre lang hat das Haus Cristina in Rethorn leer gestanden, jetzt füllt sich das langjährige Seminarzentrum am Kurpark wieder mit Leben. Denn in der 25. Kalenderwoche werden nach Angaben der Gemeinde Ganderkesee Flüchtlinge in eines der beiden Gebäude der Anlage einziehen.

Außerdem wird das zweite Gebäude, der frühere Seminartrakt, künftig der regio-VHS Ganderkesee/Hude als Standort für die kreativen Angebote dienen, die bislang im Bürgertreff Schierbrok beheimatet waren.

Die genaue Zahl der Familien, die kleine Apartments im Haus Cristina beziehen werden, steht derzeit noch nicht fest. „25 bis 30 Personen können in dem Haus untergebracht werden. Das soll nach und nach geschehen, die ersten werden in der kommenden Woche einziehen“, sagte Gemeindesprecher Hauke Gruhn auf Nachfrage. Die konkrete Belegung hänge auch von der Größe der jeweiligen Familienverbände ab.

Mobilhalle im Stadion soll abgebaut werden

Bei den Migranten, die im Haus Cristina eine neue Bleibe finden, handelt es sich laut Gruhn zunächst ausschließlich um Personen, die bereits in Ganderkesee untergebracht sind. Zu einem Teil bewohnen sie derzeit die Mobilhalle im Stadion am Habbrügger Weg. „Wir sind optimistisch, dass sich die Mobilhalle in Kürze leert. Einen genauen Zeitplan gibt es aber nicht“, sagte Gruhn. Nach dem Auszug der letzten Bewohner solle die Mobilhalle abgebaut werden. Die mobile Halle, die am Wellenhofsweg in Bookholzberg aufgestellt worden war, ist inzwischen rückgebaut worden.

Die Turnhalle am Habbrügger Weg, die monatelang ebenfalls als Flüchtlingsunterkunft gedient hatte, ist nach Angaben Gruhns nicht mehr mit Flüchtlingen belegt. Allerdings werde sie für die Zeit der Sommerferien vorerst als Sammelunterkunft weiter bereitgehalten, um bei einer erneuten Zunahme der Flüchtlingszahlen flexibel reagieren zu können.

RegioVHS zieht als Untermieter in das Haus Cristina ein

In der Mobilhalle am Habbrügger Weg sind derzeit 39 Flüchtlinge untergebracht, wie der Rathaussprecher weiter mitteilte. Der größte Teil der momentan 447 Migranten in Ganderkesee, die sich in einem Asylverfahren befinden, ist laut Gruhn in Wohngemeinschaften oder Gemeinschaftsunterkünften in Objekten untergebracht, die zumeist von der Gemeinde angemietet worden sind.

Vermieter des Haus Cristina bleibt weiterhin das Berufsförderungswerk der Stiftung des Landes Niedersachsen, das dort früher Umschüler ausgebildet hat. Mieter ist jetzt der Landkreis Oldenburg zwecks Flüchtlingsunterbringung. Im Flachbau rechts neben dem ehemaligen Hotel richtet sich die regioVHS als Untermieterin ein, nachdem der Ende Mai ausgelaufene Mietvertrag mit dem Bürgertreff Schierbrok seitens der Volkshochschule nicht verlängert worden war.

Sprachkurse für Flüchtlinge neben Kreativangeboten geplant

Nach Angaben von Doris Hanken, stellvertretende Leiterin der regio-VHS, werden derzeit noch Handwerkerarbeiten ausgeführt, um die sechs Kursräume – in Schierbrok hatten fünf zur Verfügung gestanden – in den kommenden vier Wochen bezugsfertig zu machen. Die Kreativkurse sollen dann mit dem Semesterbeginn in der zweiten Augustwoche starten. Geplant ist dabei, das Programm um Sprachkurse zu erweitern, die sowohl die Flüchtlinge aus dem Haus Cristina als auch Asylbewerber aus anderen Unterkünften nutzen können.