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Flüchtlingskinder in Hude Ferienkurs führt Flüchtlingskinder in den Kuhstall

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 12.07.2016, 15:29 Uhr

Ein Netzwerk ermöglicht in Hude Kindern aus Syrien, dem Irak und Afghanistan „bewegte Ferien“. Das Projekt gilt auch der Vorbereitung auf die Schule.

Ein Dutzend Kinder aus dem Projekt „Bewegte Ferien“ in Hude im Landkreis Oldenburg hat am Dienstag den Hof Wieting in Hurrel erkundet. Eine Station war die Milchtankstelle am Hofeingang, an der sich die Kunden frische Landmilch zapfen können und aus der auch die Kindergruppe und ihre Begleiterinnen erfrischt worden sind. „Auf unserem Hof stehen 160 Kühe. Jede säuft 100 Liter Wasser und gibt 30 Liter Milch am Tag“, berichtete Landwirt Wilfried Wieting den Kindern. Dass die übrigen 70 Liter nur zum kleinsten Teil ausgeschwitzt werden, erlebten die Kinder auch live mit.

Nebenbei Deutsch lernen

„Guck mal, ein Baby“ und „Oh, erst fünf Tage alt“: Diese Kommentare der sechs bis acht Jahre alten Kinder vor den fünf bewohnten Kälberhütten vor dem großen Kuhstall erfreuten die Betreuerinnen Kerstin Woyke, Beate Rösler und Angela Mischke. „Die Kinder leben mit ihren Flüchtlingsfamilien aus Syrien, dem Irak und Afghanistan erst sein wenigen Monaten in Hude. Sie lernen schnell und sind nicht selten die Dolmetscher ihrer Eltern“, berichtet Mischke.

Gezielte Arbeit am ABC

Im Projekt „Bewegte Ferien“ verbringen die Kinder den Tag mit Spiel, Bastelei, Gesang und Ausflügen zum Kennenlernen der Gemeinde. „Auch die Vorbereitung auf die Schule spielt eine Rolle“, berichtet Mischke, „die Kinder erarbeiten sich schon mal das Alphabet.“

Dank Sponsoring ausgedehntes Projekt

Das Ferienprojekt hat Kulturhof-Leiterin Anja Peters vorbereitet, den Tag auf dem Bauernhof mit Anfahrt in der Pferdekutsche die Huder Agenda-Frauen. Beteiligt sind auch die Diakonie, die evangelisch-lutherische Kirche und der Präventionsrat der Gemeinde. „Dank der starken Beteiligung und der Zuschüsse aus mehreren Quellen konnten wir das auf eine Woche geplante Projekt auf zwei Wochen ausdehnen“, freut sich Organisatorin Peters.