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Flüchtlingssituation in Ganderkesee Rund 200 Bürger bei Infoveranstaltung über Flüchtlinge

Von Thomas Deeken | 03.11.2015, 23:26 Uhr

„Wir schaffen das, weil wir das schaffen müssen.“ Das hat Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas am Dienstagabend bei einer weiteren großen Informationsveranstaltung zur Flüchtlingssituation in der Gemeinde Ganderkesee betont. Sie hoffe auf Gelassenheit und Zuversicht bei den Menschen, um alle Probleme meistern zu können.

Vor rund 200 Bürgern informierte Gerken-Klaas gemeinsam mit Rainer Heinken, Fachdienstleiter Soziales, Erich Kurzawski vom Arbeitskreis Flüchtlinge und Franz-Josef Franke von der Diakonie Delmenhorst/Oldenburg-Land eine Stunde lang über Themen wie Unterbringung, Verpflegung, Willkommenskultur und Integration. Heinken betonte: „Wir streben nach wie vor eine dezentrale Unterbringung an.“ Außerdem nannte er aktuelle Zahlen – 261 Flüchtlinge am 2. November, davon die meisten aus Albanien (94) und Syrien (83). Kurzawski erzählte aus der praktischen Arbeit mit Flüchtlingen, informierte über einzelne Gerüchte, die „völlig aus der Luft gegriffen sind“, und lobte das Verhalten der Flüchtlinge, die große Dankbarkeit zeigten.

Hallen sollen Sport zur Verfügung stehen

Gegenüber Vereinen, Schulen und Gesundheitssportlern machte die Bürgermeisterin deutlich, dass die Gemeinde versuche, „die Hallen, soweit es geht, für den Sport zur Verfügung zu stellen“ – und nicht für die Flüchtlingsunterbringung. Das bedeute aber nicht, dass dies auch für immer gelten müsse.

Haus Cristina und Jugendhof Steinkimmen

Rund eine Stunde lang kamen dann die Bürger zum Zuge – zum Beispiel zu den Themen Haus Cristina und Jugendhof Steinkimmen. Dazu Erster Gemeinderat Rainer Lange: Es habe in den vergangenen Tagen mehrere Gespräche gegeben. Beim Haus Cristina „wird das in zwei bis drei Wochen über die Bühne gehen“. Eine mögliche Variante: ein Haus für bis zu 25 Flüchtlinge, das andere Gebäude für die regioVHS. Aber das müsse auch politisch so gewollt sein, sonst könnte auch das zweite Haus für Flüchtlinge genutzt werden. Lange glaubt allerdings nicht, dass vor Ende März 2016 Flüchtlinge in Rethorn untergebracht würden.

An verschiedenen Standorten Fertighäuser aufstellen

Die Bürgermeisterin setzt darauf, die Mobilhallen in Ganderkesee und Bookholzberg möglichst schnell wieder abbauen zu können und an verschiedenen Orten Fertighäuser aufzustellen. Als Ziel gab sie aus: weg von großen Unterkünften und hin zu vielen Standorten mit bis zu 25 Menschen.

Fragen an die Bürgermeisterin

Die Bürger fragten Gerken-Klaas unter anderem nach der Einbindung der Nordschule („Noch im Gespräch“), nach einer Kompletterschließung des Grundstücks am Wellenhofsweg in Bookholzberg, wo die zweite Mobilhalle aufgestellt werden soll („Hätten wir für die Feuerwehr sowieso machen müssen“) und ob auch auf dem Sportplatz an der Huder Straße in Hohenböken eine Mobilhalle aufgestellt werden soll („Nö.“). Außerdem wurden Fragen nach der Polizeipräsenz, nach der künftigen Nutzung der mobilen Klassenzimmer des Gymnasiums und nach den Sportalternativen für die Leichtathleten gestellt. Und es wurden Sorgen um mögliche Erkrankungen durch nicht registrierte Flüchtlinge vorgetragen. Alles in sachlicher, ruhiger und gelassener Atmosphäre. Kommentar von Kurzawski: „Wir müssen uns den Herausforderungen stellen. Und das ist uns bisher sehr gut gelungen.“

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