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Flüchtlingssozialarbeiter bleiben erhalten Landkreis verlängert Kooperation mit der Diakonie

Von Antje Cznottka, Antje Cznottka | 10.05.2016, 22:43 Uhr

Der Landkreis Oldenburg hat seine Kooperation mit der Diakonie Delmenhorst/Oldenburg Land verlängert. Bis 2018 werden sechs Flüchtlingssozialarbeiter weiterbeschäftigt.

Der Landkreis wird seine Kooperation mit dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises Delmenhorst/Oldenburg Land zur Flüchtlingssozialarbeit bis zum 31. Dezember 2017 fortführen. Das hat der Gleichstellungs-, Integrations- und Migrationsausschuss des Landkreises am Dienstag einstimmig beschlossen.

Neun Flüchtlingssozialarbeiter im Landkreis Oldenburg

Der Landkreis arbeitet seit 2015 mit Flüchtlingssozialarbeitern der Diakonie zusammen. „Die unabhängige Unterstützung hat sich bewährt“, berichtet Bodo Bode, Leiter des Amts für Arbeit und Soziale Sicherung im Landkreis. Seit 2015 wurde die Zahl der Flüchtlingssozialarbeiter von drei auf neun Mitarbeiter erhöht. Eine Stelle werde von der Arbeitsagentur, zwei vom Land Niedersachsen finanziert. Der Landkreis stellt für sechs Vollzeitkräfte, Sach- und Regiekosten vorerst 345.000 Euro bereit. Eventuelle Mehrkosten aufgrund von Tariferhöhungen seien möglich.

Perspektive sichert Fachkräfte im Landkreis Oldenburg

Die Lage der Flüchtlingszuweisungen im Landkreis sei aktuell ruhig und übersichtlich, allerdings sei ungewiss, ob dieser Zustand anhalte, gab Christian Wolf, 1. Kreisrat, zu bedenken. Derzeit müsse daher nicht die Obdachlosigkeit der Flüchtlinge vermieden werden, jetzt stehe die Integration im Vordergrund.

Hier seien die Flüchtlingssozialarbeiter ein wichtiges Bindeglied im Netzwerk aus Gemeinden und ehrenamtlichen Helfern. „Das ist ein gewachsenes System. Die Mitarbeiter haben viele Erfahrungen gesammelt, das müssen wir uns sichern“, sagte Wolfgang Sasse (CDU) und lobte, dass früh eine Perspektive für die Weiterbeschäftigung der Flüchtlingssozialarbeiter geschaffen wurde.

Offenes Konzept zur Integration von Zuwanderern für den Landkreis

Ein offenes Konzept zur Integration von Zuwanderern für den Landkreis stellte Ute Frankenfeld, Integrationsbeauftragte und Leiterin der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe, bei der Sitzung vor. Das Konzept, das offen für Anpassungen an aktuelle und lokale Gegebenheiten sein soll, gibt einen Überblick über die Kapazitäten der Infrastruktur in der Flüchtlingsarbeit.

Konzept wird fortgeschrieben

Kernstück des Konzepts seien die Kommunen und Ehrenamtlichen vor Ort. Unterstützung erführen sie durch die Flüchtlingssozialarbeiter und die Fachlichkeit in den Behörden.Die Umsetzung, Entwicklung und Vertiefung der Integrationsarbeit in Bereichen wie Sprache, Schule und Bildung sowie Teilhabe sei das Ziel des Konzepts.

„Die Begriffe Zuwanderer und Ausländer sind in dem Konzept sehr unscharf“, kritisierte Detlef Sonnenberg (SPD). Teilkonzepte, die sich an den Bedürfnissen der verschiedenen Zielgruppen Flüchtlinge, EU-Zuwanderer oder Werkvertragsarbeiter orientieren, forderte Eduard Hüsers (Grüne). Die Kreisverwaltung werde das Konzept mit Blick auf die Kritikpunkte fortschreiben und in regelmäßigen Abständen wieder vorstellen.