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Forstamt testet Alternative Neue Maschine fällt Eichen im Hasbruch

Von Andreas Satzke, Andreas Satzke | 15.11.2016, 14:06 Uhr

Weil das Laub in diesem Jahr spät fällt, greift das Forstamt Neuenburg auf eine neue Erntemethode zurück. Zudem sollen 3700 neue Eichen gepflanzt werden.

Noch ist das Laub im Hasbruch nicht völlig von den Bäumen gefallen. Die Baumfällung und Ernte alter Eichen muss aber beginnen, da sonst die Frist bis Ende Februar nicht eingehalten werden kann. Zudem sollen wieder neue Eichen gepflanzt werden, für die Platz geschaffen werden muss. Aus Sicherheitsgründen kann, solange die Bäume noch Laub tragen, keine Fällung mit der Motorsäge erfolgen, wie Jens Meier, von der Revierförsterei Hasbruch, informiert.

„Königstiger“ hat 15 Meter langen Arm

Um die Bäume trotzdem fällen zu können, kommt im 24 Hektar großen Eichenwald erstmals der sogenannte „Königstiger T25 Moor“ zum Einsatz. Dieses Spezialgerät ist für das Fällen starker Bäume auf nassem Untergrund konstruiert worden. „Es verfügt über einen 15 Meter langen Arm und eine Greifweite von 70 Zentimetern, damit kann es mittelalte Eichen problemlos fällen“, sagt Rainer Städing, Pressesprecher der Landesforsten Nord-West. Die älteren Eichen müssen weiterhin mit der Motorsäge gefällt werden. Dies könne später passieren, durch den neu geschaffenen Platz aber auch direkt nach Arbeit der Maschine. Die aus Bayern stammende Maschine werde ausprobiert, weil das Laub in diesem Jahr besonders lang auf den Bäumen bleibe, sagt Städing. Bewährt sich die Methode, ist es aber wahrscheinlich, dass sie auch in den kommenden Jahren eingesetzt wird.

100 Meter Abstand während der Arbeiten

Mit besonders schonenden Moorketten kann der „Königstiger“ gut auf den nässeempfindlichen Tonböden des Hasbruchs angewandt werden, sagt Jens Meier. Das Holz wird dann mit einem Raupenfahrzeug, das ebenfalls bodenschonend ist, an die Waldwege transportiert. Zudem werden Kronenreste zu Hackschnitzel zusammengestellt, zur Energiegewinnung. Während der Arbeiten weist das Forstamt Neuenburg darauf hin, dass von den Maschinen 100 Meter Abstand einzuhalten ist. Die Fällungen sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein.

3700 Eichen sollen gepflanzt werden

Erstmals seit 2013 stehen außerdem wieder geeignete Eichen-Großpflanzen zur Verfügung. Die jungen Eichen sollen nun im Hasbruch gepflanzt werden. Bis zum Frühjahr sollen 3700 von ihnen platziert sein. Das ist Bestanteil des Erhaltungs- und Entwicklungsplanes für das FFH-Gebiet Hasbruch. Die Pflanzflächen seien mit der Naturschutzbehörde des Landkreises abgestimmt, versichert Jens Meier. Vor allem die Gebiete, in denen viele Eichen abgestorben sind, sollen neu bepflanz werden. Zusätzlich werden 0,7 Hektar Nadelwald in Eichenwald umgewandelt. Die Pflanzungen finden auf 15 Flächen mit insgesamt zehn Hektar statt. Bereits 2007, 2009 und 2013 wurden im Hasbruch Eichen platziert.