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Freiwillige 10. Klasse Ganderkeseer Förderschüler erhöhen Chancen auf Ausbildungsplatz

Von Alexander Schnackenburg | 27.01.2016, 15:37 Uhr

Parallel zu deutlich über 30 Schulstunden pro Woche beweisen sich Ganderkeseer Förderschüler in der Berufswelt. Sie empfehlen sich mit Fleiß und Leistungswillen künftigen Arbeitgebern.

Im Idealfall springt für sie am Ende des Jahres neben dem Hauptschulabschluss ein Ausbildungsplatz heraus. Zumindest schaffen die Förderschüler aus der Freiwilligen 10. Klasse an der Schule am Habbrügger Weg derzeit die Voraussetzungen hierfür.

Fleiß und Engagement

Parallel zu deutlich über 30 Schulstunden pro Woche beweisen sie sich durch Langzeitpraktika in der Berufswelt – und demonstrieren ihren potenziellen Arbeitgebern auf diese Weise Fleiß und Engagement.

Am Dienstagabend berichteten neun dieser Schüler in Gestalt einer kleinen Video-Präsentation Eltern, Arbeitgebern und Berufsberatern von ihren Erfahrungen und ernteten hierfür reichlich Lob.

Die Arbeit bereitet Freude

Ganz gleich, ob Dennis von „seinem“ landwirtschaftlichen Lohnbetrieb berichtete, Christin über ihre Arbeit in einer Großküche referierte, oder Annabell über die Gärtnerei informierte: Es stand den Schülern ins Gesicht geschrieben, dass ihnen die Arbeit Freude bereitet und dass sie sich gern mächtig ins Zeug legten, sollten sich ihre Arbeitgeber dazu entschließen, ihnen einen Ausbildungsvertrag anzubieten. Arne Osolin, zusammen mit Petra Feuerböther Klassenlehrer der Freiwilligen 10. Klasse am Habbrügger Weg, fasste die Situation denn auch augenzwinkernd mit den Worten zusammen: „Es ist schwer, in der Schule auf Mathe, Deutsch und Geschichte zurückzukommen. Die Jungen und Mädchen arbeiten lieber im Betrieb!“

Den Hauptschulabschluss schaffen

Umso höher müsse man den Schülern anrechnen, stellte Norbert Klüh, Mitglied der Schulleitung heraus, dass sie sich dem Unterricht stellten, unbedingt den Hauptschulabschluss schaffen wollten. Damit bewiesen sie „Biss“ - eine Eigenschaft, die sich wohl jeder Arbeitgeber von seinen Angestellten wünsche.

Klüh ist vom Konzept der „Freiwilligen 10. Klasse – Kleben bleiben erwünscht“ fest überzeugt. Denn selbst dann, wenn sich ein Schüler an dem einen oder anderen Praktikumsplatz nicht gut aufgehoben fühle, lerne er entscheidend hinzu, nämlich, welcher Beruf für ihn nicht in Frage komme.

Bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Auch verbessere der Schüler mit einem Hauptschulabschluss seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich. Deshalb wolle die Schule am Habbrügger Weg an dem Konzept der Freiwilligen 10. Klasse auch nach diesem vierten Jahr festhalten – wenn zumindest einige der jetzigen Zehntklässler aus der Förderschule, den Hauptschulabschluss in der Tasche, bereits in Lohn und Brot stehen werden.