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Friedhof in Bookholzberg Grabschmuck stört auf Bookholzberger Gräberfeld

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 02.12.2017, 13:16 Uhr

Grabschmuck darf auf dem „pflegefreien Gräberfeld“ in Bookholzberg nur zentral abgelegt werden. Angehörige wünschen sich weniger starre Regeln.

Seinem Erinnern an die vor zwei Jahren verstorbene Frau Mona Lis hätte Joachim Wagner am Totensonntag gerne mit einem Grabgesteck auf der Ruhestätte einen würdigen Rahmen gegeben. Das ist dem Bookholzberger von der Verwaltung des Friedhofs bei der Auferstehungskirche verwehrt worden. „Gestecke und Pflanzen sind nicht zulässig“, heißt es von Seiten der Friedhofsverwaltung. Für Wagner ist das ein starrsinniges Festhalten an einer Regel, für Susanne Bruns, die geschäftsführende Pastorin der evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Ganderkesee, das Einhalten einer Satzung, die vor der Beisetzung anerkannt worden sei.

Ruhestätte unter Grasnarbe

Mona Lis Wagners Gebeine ruhen seit dem Tod vor zwei Jahren im „pflegefreien Gräberfeld“ des Bookholzberger Friedhofs unter einer Grasnarbe. Eine kleine Stele kennzeichnet den Ort. Möglich ist in diesem Bereich des Friedhofs auch die Urnenbestattung unter einer kleinen quadratischen Platte. Die Ablage von Grabschmuck ist laut Ordnung für diesen Bereich des Friedhofs nur an der alles andere auf diesem Gräberfeld überragenden Stele mit der Aufschrift „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ nahe dem Eingang zum Gräberfeld erlaubt. Wagner aber findet das Durcheinander von Grableuchten, Gestecken, Blumentöpfen und -sträußen des Gedenkens seiner Frau unwürdig. Er wünscht sich, den Schmuck dort zu platzieren, wo die sterblichen Überreste seiner Frau tatsächlich ruhen.

Aufräumen nicht einkalkuliert

Mit diesem Wunsch steht der Bookholzberger nicht allein da, weiß Pastorin Bruns, und sie kann den Wunsch verstehen. „Die Angehörigen haben sich für das pflegefreie Gräberfeld zu einer Zeit entschieden, als viele Entscheidungen fällig waren“, sagt sie. Die Tragweite sei vielleicht aus dem Blickfeld geraten. „Pflegefrei“ bedeute, dass Mitarbeiter des Friedhofs das Gräberfeld zur Entlastung der Angehörigen in Schuss halten. In der Kostenkalkulation – 2700 Euro für 30 Jahre – sei das Wegräumen von Grabschmuck nicht enthalten.

Halbes Jahr Friedhofsruhe

„Von Oktober bis März tut sich hier gar nichts. Nicht einmal das Laub wird weggeharkt“, hält Joachim Wagner dagegen. Selbstverständlich sei er bereit, den Grabschmuck wegzuräumen, bevor er unansehnlich wird und beim Rasenmähen im Weg liegt. Das will er auch zum Geburtstag seiner Frau im Februar beweisen. Und Pastorin Bruns will das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Friedhofsausschusses setzen.