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FSJ im Laurentius-Hospiz Erwachsen werden bei Hospiz-Arbeit in Falkenburg

Von Antje Cznottka | 17.07.2015, 21:25 Uhr

Nicht jeder junge Mensch kann sich vorstellen sein Freiwilliges Soziales Jahr im Laurentius-Hospiz zu verbringen. Mareike Kruse konnte es und hinterlässt nun eine große Lücke.

Angefangen hatte alles mit einer Dokumentation über den Hospizgedanken. Mareike Kruse aus Husbäke hatte viele Ideen, wie es nach dem Abitur weitergehen könnte – zu viele. So bewarb sie die heute 19-Jährige bei der Diakonie um ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und begann im August 2014 ihre Arbeit im Laurentius-Hospiz. „Ich bin angekommen und dachte, es ist so offen und freundlich“, erklärt Kruse. Mit dem Vorurteil ihrer Umwelt, dass ein Hospiz ein dunkles negatives Haus sei, räumt sie deswegen schnell auf: Sicher weine man hier, aber man lache noch viel mehr. „Der letzte Weg wird hier gespickt mit guten Erinnerungen.“

Rituale im Laurentius-Hospiz helfen, mit dem Tod umzugehen

Bevor Kruse ins Hospiz kam, hatte sie den Tod der Großeltern und einer Freundin erlebt. „Ich wusst also, wie das ist.“ Trotzdem habe es sie am Anfang mitgenommen, wenn Bewohner verstarben – besonders die, die sie länger kannte und zu denen sie eine Bindung aufgebaut hatte. „Ich musste mich hinsetzen und sagen, du wusstest, dass das passiert und es ist gut, weil die Menschen jetzt keine Schmerzen mehr haben“, berichtet Kruse. Die Rituale im Haus wie das Verabschieden des Verstorbenen im Sarg an der Tür, hätten ihr geholfen. Aber auch der rege Austausch mit den Kollegen würde helfen. An das christliche Paradies glaubt Kruse nicht. „Ich hoffe aber, dass es nach dem Tod irgendetwas gibt“, sagt Kruse, die von ihren Kollegen im Laurentius-Hospiz bei einer kleinen Feier am Donnerstag, 16. Juli 2015, verabschiedet wurde.

Hospiz in Falkenburg sucht neuen FSJler

Einen Nachfolger gibt es bisher nicht. „Ich fände es schade, wenn die Stelle frei bleibt, weil man hier über sich hinaus wächst.“ Die Arbeit habe sie verändert. „Ich bin hier erwachsen geworden.“ So habe sie sich auf zwei mögliche Berufsfelder „geerdet“. Logopädie oder Eventmanagement.