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FSME auf dem Vormarsch Infektionsgefahr durch Zecken im Landkreis Oldenburg gering

Von Kristina Müller | 12.04.2017, 09:25 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Auch wenn die Frühlingsnächte noch recht kalt sind, so sind die Zecken nach ihrer Winterruhe wieder auf dem Vormarsch. Angst vor gefährlichen Krankheiten braucht man in unserer Region allerdings nicht zu haben.

Wenn die Temperaturen jetzt wieder nach oben klettern, dann krabbeln auch die Zecken wieder aus ihren Löchern. Und mit den gefürchteten Blutsaugern bekanntermaßen auch die von ihnen übertragbaren Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.

FSME ist eine virusbedingte Hirnhaut- oder Gehirnentzündung, für die häufig grippeähnliche Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen typisch sind. Als FSME-Risikogebiete gelten derzeit laut Robert-Koch-Institut 146 Kreise in Deutschland, dazu zählen fast ganz Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen und des Saarlands.

FSME auch im Norden?

Dass FSME-Fälle inzwischen auch immer weiter im Norden registriert würden, kann Dr. Leonhard Hamschmidt, ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Oldenburg so nicht bestätigen. Das Risikogebiet sei weiter unverändert. In unserer Region trete FSME nur sehr vereinzelt auf, deshalb werde laut Dr. Hamschmidt keine Impfung empfohlen. „Personen, die sich vermehrt im Wald aufhalten wie Förster und Waldarbeiter, sollten geimpft werden. Für alle anderen Bürger ist diese Vorsorge nicht nötig, da die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist“, so der Arzt.

Laut dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) sind niedersachsenweit zwischen 2002 und 2015 nur neun FSME-Fälle bekannt geworden, bei denen angenommen werden muss, dass die Ansteckung in Niedersachsen erfolgte.

Nicht nur FSME eine Gefahr

Im Gegensatz zur Viruserkrankung FSME handelt es sich bei der Lyme-Borreliose, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird und Nervensysteme und Gelenke schädigen kann, um eine bakterielle Infektion. Dagegen gibt es keine Impfung, sie wird aber mit Antibiotika behandelt, wie Dr. Hamschmidt erklärt. Auch wenn Borreliose in ganz Deutschland vorkommt, so muss nicht jeder Zeckenbiss gleich mit Antibiotika behandelt werden.

Laut NLGA liegt die Wahrscheinlichkeit, an der Infektion zu erkranken nur bei etwa 0,3 bis 1,4 Prozent. Deshalb rät Dr. Hamschmidt dazu, Zeckenbisse zunächst nur zu beobachten. Erst wenn die sogenannte Wanderröte an der Bissstelle auftrete, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Maßnahmen zur Prävention

Vor einigen Jahren hat die Kreisjägerschaft in den Wäldern Warnschilder aufgestellt. „Man sollte darauf achten, am Wegesrand nicht in hohe Büsche zu laufen und Unterholz zu vermeiden“, rät Jan-Bernd Meyerholz, Hegeringleiter Ganderkesee. Denn die achtbeinigen Blutsauger lauern vor allem in Wäldern und Wiesen potenziellen Wirten auf. Aber auch im heimischen Garten auf Gräsern, Farnen und Sträuchern sind sie inzwischen zu finden. Auch solle versucht werden, Hunde und Katzen mit Zeckenhalsbändern sauber zu halten. „Die Zecken sind mehr geworden, daher rührt auch die größere Gefahr“, sagt Meyerholz.

Als Präventivmaßnahme schlägt Peter Klingmüller von der Apotheke Bookholzberg Mittel mit Zeckenschutz vor. Eine Garantie seien die aber auch nicht, gibt er zu Bedenken. Am besten ist: „Wenn man in der Natur gewesen ist, sollte man abends kontrollieren, ob sich ein Tier festgesetzt hat“, sagt Klingmüller. Und noch ein Hinweis vom Apotheker: Die Zecken sind inzwischen ganzjährig aktiv, deshalb ist nicht nur in der warmen Jahreszeit Vorsicht geboten.