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Für 201 Haushalte in Ganderkesee Schnelles Internet hat die Verzweigerkästen erreicht

Von Reiner Haase | 23.01.2019, 09:29 Uhr

201 Haushalte in Ganderkesee können einen neuen Zugang zur Datenautobahn bekommen. In sechs unterversorgten Gebieten in einem geförderten Projekt die technischen Voraussetzungen geschaffen.

„Das schnelle Internet ist beinah da“, berichtet Rieke Meiners: Der Campingplatz Falkensteinsee zählt zu den sechs Gebieten in der Gemeinde Ganderkesee, in denen das Breitbandnetz mit Fördergeld von Bund, Land und Landkreis Oldenburg ausgebaut wird. Am Eingang zum Campingplatz steht schon seit Monaten ein neuer, großer Kabelverzweigerkasten mit Anschluss an die Datenautobahn. Die Mitbetreiberin der Freizeitanlage berichtet weiter, dass kurz vor Weihnachten noch einmal gebuddelt und dann „Das war’s“ gesagt worden ist. Sie vermisst allerdings noch das Angebot ihres Anbieters, das schnelle Internet tatsächlich auch nutzen zu können. „Ich habe gerade erst bei der Telekom angerufen. Mir ist mitgeteilt worden, dass kein Port frei ist“, so Meiners.

Versorgerangebot steht aus

Abgeschlossene Tiefbauarbeiten und aufgestellter Kabelverzweiger, aber noch kein Versorgerangebot: So ist die Lage auch bei Claudia Siemers. Die Ganderkeseerin betreut in ihrem Haus an der Gustav-Weißkopf-Straße im Gewerbegebiet Westtangente Kinder in Tagespflege. Dafür brauche sie das schnelle Internet nicht, sagt sie, „aber im Zeitalter der Technik wär’s cool, wenn man’s hätte.“

Weniger weiße Flecken

Zum Tilgen weißer Flecke auf der Internet-Versorgungskarte sind in den sechs ausgewählten Projektgebieten in der Gemeinde Ganderkesee die Tiefbauarbeiten abgeschlossen worden. Der Auftrag war nach Ausschreibung an die EWE Netz gegangen mit der Auflage, die Infrastruktur auch anderen Anbietern zur Verfügung zu stellen. Die Kabelverzweiger werden jetzt von der EWE Netz freigeschaltet, damit den Endkunden das schnelle Internet mit bis zu 100 Mbits in den nächsten Wochen und Monaten angeboten werden kann.

Zuschüsse schließen Wirtschaftlichkeitslücke

In der Gemeinde Ganderkesee sollen 201 Adressaten erreicht werden. Anschlüsse an die Datenautobahn kann es außer in den Bereichen Falkensteinsee und Westtangente auch für Haushalte und Adressen rund um den Roggenkamp im Bereich Heide/Hoykenkamp, im Bereich Fritzenberg zwischen Schierbrok und Bookholzberg, im Berufsförderungswerk/Inntegrativ in Bookholzberg und in Neu-Holzkamp geben. Kreisweit sollen aktuell 108 unterversorgte Gebiete mit 3800 Haushalten und 225 Betrieben erschlossen werden. Ein zweites Breitband-Förderprogramm ist schon fertig. Der Bund und der Landkreis haben ihre Zuschüsse fürs Schließen der Wirtschaftlichkeitslücke für die Internetversorger schon zugesagt; es fehlt noch das Ja des Landes Niedersachsen.

Schluss mit zerhackten Gesprächen

Rieke Meiners setzt darauf, dass ihr Anbieter zügig den fehlenden Port findet. Sie will so schnell wie möglich, spätestens in der Sommersaison mit Kunden und Lieferanten telefonieren, ohne dass das Gespräch zerhackt wird. Und sie will den Campinggästen mehr Service bieten. „Manche Gäste kommen, weil sie Entschleunigung erleben wollen. Andere sind von zuhause schnelles Internet gewohnt und setzen es auch im Campingurlaub voraus. Es hat Absagen gegeben, weil wir den Datenfluss nicht garantieren konnten“, erklärt die Falkensteinsee-Betreiberin. Und wenn die Telekom weiter keinen freien Port findet? – „Dann prüfen wir, ob das mit einem anderen Anbieter besser geht.“