Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Für Klimaschutz, gegen CO2 Ganderkesee will Sanierungsmanagement einrichten

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 27.12.2017, 21:30 Uhr

Die Gemeinde Ganderkesee will Anfang nächsten Jahres weitere Schritte einleiten, um den Klimaschutz zu verbessern. Das haben Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, und Klimaschutzmanager Lars Gremlowski im Gespräch mit dem dk betont. Geplant sei – sofern die Politik zustimmt –, im Frühjahr 2018 in der Gemeinde ein Sanierungsmanagement einzurichten, in dem es Informationen darüber gibt, wie sich CO2 einsparen lässt und wie man zu Hause Energie und damit Geld einsparen kann. „Man muss jemanden haben, der die Leute an die Hand nimmt, genau informiert und auch neutral ist“, erklärt Meyer.

Die Gemeinde hat, wie mehrfach berichtet, „integrierte energetische Quartierskonzepte“ in Ganderkesee und Bookholzberg erstellen lassen. Das Ziel dabei: Es sollen die Klimaschutzbemühungen der Gemeinde verstärkt und mittelfristig die Klimaschutzziele der Bundesregierung unterstützt und erreicht werden, sagt Gremlowski. In zwei großen Bereichen, in denen rund 8000 Bürger zu Hause sind, wurden private Gebäude, aber auch Mehrfamilienhäuser sowie Immobilien aus dem Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistung näher unter die Lupe genommen und dabei laut Klimaschutzmanager unter anderem festgestellt, dass in beiden Quartieren der Wärmebedarf und damit der Erdgasverbrauch beachtlich hoch ist. Dabei gehe es um rund 50 Prozent der gesamten Energieverbräuche. Daher sei es wichtig, Maßnahmen zu entwickeln, um den Wärmeverbrauch deutlich zu senken.

Sehr alte Heizungsanlagen

Die Bestandsaufnahme der Heizungsanlagen habe beispielsweise gezeigt, dass ein Großteil der privaten Heizungsanlagen veraltete Kessel aufweisen. So sind laut Gremlowski im Quartier Ganderkesee etwa 130 Kessel rund 30 Jahre und älter, in Bookholzberg etwa 110. In beiden Bereichen summiere sich die Zahl an über 20 Jahre alten Heizungsanlagen auf mehr als 900. „Dort besteht somit dringender Handlungsbedarf, um die alten Anlagen kurz- bis mittelfristig gegen moderne und effiziente Heizungsanlagen inklusive hydraulischem Abgleich auszutauschen“, heißt es seitens des Klimaschutzmanagers.

Informationen über Förderprogramme

„Das ist natürlich alles freiwillig“, erklärt Fachbereichsleiter Meyer. Der Gemeinde gehe es darum, die Ganderkeseer Bürger über das künftige Sanierungsmanagement, das drei bis fünf Jahre eingerichtet bleiben soll, zu informieren. Dabei gehe es unter anderem um Förderprogramme von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, darum, wie Handwerker und Energieberater mit ins Boot genommen werden, darum, wie teuer beispielsweise ein Heizungsaustausch im Einzelnen werden kann – „und natürlich auch um die energetische Sanierung in sämtlicher Hinsicht einschließlich Fassaden, Dächern, Fenster und Türen“, ergänzt Gremlowski.

Alle Einwohner sollen profitieren

Wichtig sei auch, dass nicht nur die Bürger, die in den beiden Quartieren zu Hause sind, profitieren, sondern alle Einwohner der Gemeinde. „Die Programme sind ja nicht neu – allerdings sehr unübersichtlich und undurchsichtig“, erläutern Meyer und der Klimaschutzbeauftragte.

Infos bei akutem Beratungsbedarf

Voraussichtlich werde für das Sanierungsmanagement ein Fachbüro beauftragt. Ob die Auskunft bei Sprechstunden oder vor Ort im Gebäude der Hausbesitzer kostenlos sein wird, sei noch nicht geklärt, so der Fachbereichsleiter. Wer nicht so lange warten möchte, bis das Sanierungsmanagement eingerichtet ist und akuten Beratungsbedarf hat oder einen Energieberater sucht, findet Informationen auf der Internetseite www.klimaschutz-ganderkesee.de.