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Furiose Büttenabend-Bilanz Ganderkeseer Hallenfasching stößt an seine Grenzen

Von Thorsten Konkel | 24.02.2019, 19:06 Uhr

Ganderkesee Die Diskussion ist eröffnet: Kann der Ganderkeseer Fasching am Steinacker noch weiter wachsen? Soll er das überhaupt? Das fragen sich Gäste und Aktive nach vier bombastischen Büttenabenden.

Erst am frühen Morgen, nach ausgiebig verlängerter Party-Nacht, hat am Sonntag am Steinacker die Ganderkeseer Büttenabendsaison für dieses Jahr ihr Ende gefunden. Insgesamt rund 3000 Gäste hatten bis dahin an den vier Abenden in einer stets ausverkauften Festhalle das nach Meinung vieler Besucher „beste Programm der letzten Jahre“ erlebt.

Hochzufrieden mit der Bilanz des Hallenfaschings 2019 zeigte sich denn auch die veranstaltende Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV). „Es ist absolut super gelaufen“, fasste GGV-Sprecher Timo Vetter den offiziellen Eindruck des mehrtägigen Geschehens auf, vor und hinter der Bühne zusammen. „Entgegen den früheren Jahren hat das Publikum diesmal sogar die Freitagsveranstaltungen bombastisch angenommen“, lobte Vetter den Feierwillen des Ganderkeseer Partyvolks.

Den Eindruck, dass das 15 Punkte umfassende Programm mit Musik, Gesang, Tanz und einer Büttenrede diesmal etwas Besonderes gewesen ist, bestätigte Kirstin Rohlfs vom Regieteam: „Alles hat geklappt, die neuen Gruppen sind wunderbar aufgenommen worden. Kurzum, wir haben wirklich wie eine große Faschingsfamilie zusammengearbeitet“. Das Faschingsmotto „Ganderkesee steht Kopf“ habe sich in bestmöglicher Weise bewahrheitet.

Durchweg zufriedenes Publikum

Kaum waren am frühen Sonntagmorgen die letzten Töne verklungen, da tat sich unter dem durchweg zufriedenen Publikum des Hallenfaschingsfinales schon der Wunsch nach einem Mehr an Party und Programm auf, berichtet Vetter. Getragen von der Euphorie hat dies eine Diskussion um eine Verlängerung der Büttenabendsaison oder weitere Hallenveranstaltungen angestoßen.

„Ein fünfter Büttenabend wäre von den Akteuren zu leisten, doch es hängt doch noch so viel mehr daran“, dämpfte Rohlfs rasch allzu vorschnelle Erwartungen. „Außerdem gilt es erst einmal, das jetzt Erreichte auch im nächsten Jahr zu halten“, bekräftigte die Regisseurin. „Aber vielleicht haben wir es mit unserem tollen Programm geschafft, dass die Büttenabende 2020 noch schneller ausverkauft sind“, sagte sie.

Die Hallengröße und die Sitzplätze auf der einen und terminliche Gründe auf der anderen Seite grenzen den Hallenfasching am Steinacker ein. An diesem Korsett werde sich wohl auf absehbare Zeit auch nichts ändern, ist Timo Vetter überzeugt: „Eine neue Festhalle nur für den Fasching wird es nicht geben, und ein drittes Büttenwochenende halte ich für logistisch schwierig“, sagte er.

Verlängerung des Hallenspaßes gewünscht

Zudem habe die jüngste Diskussion um eine Verlängerung des Hallenspaßes den GGV-Vorstand überhaupt noch nicht erreicht, betonte er.

Und ob es, wie beim Finale von einigen Gästen ebenfalls vorgeschlagen, wenigstens wieder eine zusätzliche Nachmittagsveranstaltung geben könnte, sei ungewiss. Der sogenannte „Faschingsstrauß“, der Programmpunkte aus dem Kinderfasching sowie der Büttenabende gerade auch Senioren und Kindern näherbrachte, war vor einigen Jahren abgeschafft worden.

Neben viel Lob vom Publikum samt der Forderung einer Büttenabend-Verlängerung haben sich die Aktiven mit ihrem fulminanten Bühnenprogramm auch selbst einen guten Dienst erwiesen: Der Verlust der Büttenabend-Wette von Markus Weise ist für den Ganderkeseer Fasching ein großer Gewinn.

Wette verloren

Der Moderator der vier Büttenabende hatte vollmundig gewettet, dass das Publikum – insgesamt etwa 3000 Gäste – keine 2000 Euro für den Förderverein spenden würde.

Die Mädchen von der Nachwuchsgarde Weiß-Blaue Funken liefen an jedem der vier Büttenabende mit Spendendosen durch die Reihen der Gäste, und sie straften Weise am Ende förmlich ab: Es kam sogar ein noch höherer Spendenbeitrag zusammen, genau 2587,67 Euro.

Allerdings waren die Spenden beim Kinderfasching auch dazugezählt worden. Doch das störte am Samstagabend, beim großen Büttenfinale, niemanden. Den Scheck an den Förderverein überreichte Moderator Markus Weise auf der Bühne höchst persönlich.

Volles Programm für die Majestäten

Für die Faschingsprinzenpaare und ihr vielköpfiges Gefolge herrscht auch nach dem Ende der Hallensaison und vor dem großen Umzug um den Ring keine Langeweile: Am Wochenende waren Stefan II. (Hinderlich) und Claudia I. (Ordemann) sowie das Kinderprinzenpaar Konrad I. (Schwenzel) und Annie I. (Ordemann) zu Gast im Elmeloher Wichernstift. Das Kinderprinzenpaar startete am Samstag auf dem Ganderkeseer Flugplatz auch noch zu einem halbstündigen Rundflug über seine Untertanen. Und am Sonntagnachmittag inspizierten die Majestäten noch die rasche Rückverwandlung der Festhalle hin zu ihrer eigentlichen Funktion. Sie ist nun wieder eine Halle für den Schulsport.

Am Dienstag steht ein gemeinsamer Besuch der Prinzenpaare im Seniorenheim „Haus am Wald“ an. Die Weiberfastnacht am Donnerstag wird für die Tollitäten und ihren Tross zum Besuchsmarathon. Um 14 Uhr dürfen Claudia I. und ihre Ehrendamen in der Ganderkeseer Gemeindeverwaltung zur ersten Jagd auf Männerkrawatten ausrücken. Neben weiteren Terminen geht es am Abend auch ins Delmenhorster Rathaus.