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Fußballer bald ohne Heimat? Bookholzberger TB bangt um Fußballsparte

Von Thorsten Konkel | 15.06.2015, 18:21 Uhr

„Ohne Vereinsheim gibt es keinen Fußballspielbetrieb mehr bei uns“, betont der Vorsitzende des Bookholzberger TB Helmut Steinmann.

„Wenn wir unser Vereinsgelände an der Huder Straße nicht verkaufen, dann gibt es den Bookholzberger Turnerbund in seiner jetzigen Form bald nicht mehr“, befürchtet BTB-Vorsitzender Helmut Steinmann. Denn der BTB hat sich bei den Planungen für ein neues Vereinsheim derart verkalkuliert, dass nach dem Aus für den Neubau sogar eine Renovierung des maroden Altbaus von 1978 ohne finanzielle Hilfe nicht mehr möglich ist. Die Zeit drängt: „Ohne Vereinsheim gibt es keinen Fußballspielbetrieb mehr bei uns“, betont Steinmann.

Kostenexplosion: Neubau unmöglich

Ursprünglich hatte der BTB mit 620.000 Euro Baukosten für das neue Heim gerechnet. Daraus wurden im Laufe der Zeit stolze 800.000 Euro. „Wir sind ein kleiner Verein mit rund 550 Mitgliedern, das hätten wir auch mit einer kräftigen Beitragserhöhung nicht finanzieren können“, blickt Steinmann zurück. Die Mitglieder hatten gegen den Neubau gestimmt.

Auch Sanierung zu teuer

Gern würde der BTB jetzt wenigstens das inzwischen völlig marode Vereinsheim aufhübschen – mit viel Farbe. Doch allein dabei bliebe es nicht: „Innen Schimmel, oben ein Asbestdach, nur drei Toiletten für Spieler und Zuschauer, und das Außengelände ist auch nicht ausreichend gepflegt“, räumt Steinmann ein. Kosten von 144.000 Euro stünden an.

Fatale Finanzlage

Doch die Finanzlage ist fatal, der geplatzte Traum zieht schwere Konsequenzen nach sich. 40.000 Euro an Planungskosten müssen noch bezahlt werden. Auch die Gemeinde fordert nach dem Scheitern des komplizierten Finanzierungskonzepts Geld für die erfolgte Platzsanierung. Sie schlägt darüber hinaus vor, den BTB an entgangenen Zuschüssen zu beteiligen.

Gemeinde könnte Sportplatz kaufen

Die Sportanlage an der Huder Straße gehört zum Teil schon der Gemeinde. Der BTB hält noch eine Fläche von 1,6 Hektar. Deren Verkauf an die Gemeinde auf Basis eines angenommenen Quadratmeterpreises von sechs Euro könnte 96.630 Euro erlösen. Damit erhielte der BTB einen finanziellen Spielraum, um den Eigenanteil für die Finanzierung der Sanierungs- und Baumaßnahmen abzudecken. Und er könnte weitere Verbindlichkeiten gegenüber der Gemeinde ausgleichen.

Ausschuss berät am Mittwoch öffentlich

Diskutieren will die Politik diesen Ausweg an diesem Mittwoch im Ausschuss für Schulen, Jugend und Sport. Er tagt ab 18 Uhr öffentlich im Rathaussaal.

Arbeitsdienst für Mitglieder verpflichtend

Auch die BTB-Mitglieder müssten zustimmen. Seine erwachsenen Fußballer hat der BTB jetzt zum Arbeitsdienst verpflichtet und ein Strafgeld von 40 Euro bei Nichterscheinen angekündigt. In mindestens fünfstündigen Arbeitseinsätzen sollen sie das Außengelände wieder ansehnlich machen.