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Gästeführung mit Erika Roselius Gästeführung beleuchtet Alltag in Stenumer Fachklinik

Von Antje Cznottka, Antje Cznottka | 20.06.2016, 17:42 Uhr

Zu einer Gästeführung über das Gelände der Orthopädischen Fachklinik Stenum lädt Erika Roselius am Sonntag, 27. Juni, ab 10 Uhr ein. Neben der 90-jährigen Geschichte der Klinik berichtet sie auch über den Alltag in der ehemaligen Sonnenheilstätte.

Besonderes Augenmerk wird Erika Roselius bei der Gästeführung „90 Jahre Sonnenheilstätte“ über das Gelände der Orthopädie-Fachklinik in Stenum am Sonntag, 26. Juni, ab 10 Uhr nicht nur auf die Geschichte der Klinik und die baulichen Veränderungen der ehemaligen „Sonnenheilstätte für Knochen-, Gelenk- und Drüsentuberkulose“ legen. Sie beleuchtet auch das gute Verhältnis einerseits zwischen Ärzten, Angestellten und Patienten sowie zu den Stenumern und den Landwirtschaftsbetrieben in der Nachbarschaft andererseits.

Unterhaltung für langjährige Patienten in Stenum

Bereits am 23. Juni feiert die Orthopädische Fachklinik Stenum ihr 90-jähriges Bestehen . In das alte Gebäude seien die Patienten durch einen langen Gang gekommen, erinnert sich Roselius an die Zeit vor der Erweiterung der Klinik. Der Gang mündete in einem Saal, der oft für Veranstaltungen genutzt wurde. „Die Patienten waren oft fünf Jahr und länger hier untergebracht“, erklärt Roselius. Da sei schon ab und an Langeweile aufgekommen. Um dem entgegenzuwirken, gab es in der Klinik nicht nur regelmäßige Konzerte, einen Chor für die Patienten und Musik am gestifteten hauseigenen Klavier, sondern später auch eine Puppenbühne unter der Leitung des damaligen Chefarztes Walther Ruthe.

„Einer für alle und alle für einen“

Ruthe selbst habe die Puppentheaterstücke geschrieben und Regie geführt, die Patienten bastelten Puppen und Bühnenbild und Schwestern als auch Ärzte spielten mit, beschreibt Roselius. „Grundsätzlich hat es bei der Belegschaft geheißen: Einer für alle und alle für einen“, schildert Roselius.

Klinik-Chef organisiert Puppenspiel bei Backenköhler

Aber auch zu den Nachbarn und den Stenumern habe stets ein guter Kontakt bestanden. „Die Klinik war ein großer Arbeitgeber“, gibt Roselius zu bedenken. Den Patienten kamen bei ihrer Genesung die frischen Lebensmittel wie Eier, Wurst, Kartoffeln von den Landwirtschaftsbetrieben in der Nachbarschaft zugute. „Die Ortsbewohner wurden dafür zu den Puppenspielen eingeladen, sodass sie irgendwann zu Backenköhler verlegt werden mussten, weil der Saal der Klinik zu klein wurde“, verrät Roselius weiter.

Der Parkplatz bei Backenköhler, Dorfring 40, wird auch der Treffpunkt für die etwa zweistündige Gästeführung sein. Die Teilnahme kostet drei Euro pro Person, Kinder gehen kostenlos mit. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.