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Badespaß am Sielingsee Ganderkesee entflieht der Sommerhitze

Von Niklas Golitschek | 25.07.2019, 22:41 Uhr

Glück hatte, wer an diesem Donnerstag frei machen konnte. Bereits am Mittag füllte sich der Strand des Sielingsees in Bookholzberg zunehmend. So mancher Badegast fand beim Gehen ein Knöllchen am Auto.

Die Hitze am Donnerstag hat der ganzen Republik schwer zu schaffen gemacht und auch in Ganderkesee verzeichneten die Wetterdienste Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius. Verständlich also, dass viele nach einer Möglichkeit suchten, sich etwas abzukühlen und sich dem schwülen Wetter nicht hilflos auszusetzen.

Urlauber und Familien

Bereits zum Mittag füllte sich deshalb auch der Sielingsee in Bookholzberg zunehmend. Glück hatte da, wer nicht arbeiten musste und so zu den ersten gehörte, der sich Parkplatz und ein schönes Plätzchen am Strand sichern konnte. So auch eine siebenköpfige Gruppe aus Bookholzberg, die den Urlaub vor der eigenen Haustür genoss. „Das ist ganz entspannt hier, was soll man bei dem Wetter auch anderes machen?“, meinte Gabriel, der sich mit seinen Freunden einen schattigen Ort unter den Bäumen ausgesucht hatte, während viele sich noch gerne der prallen Sonne aussetzen. „Wir sind nicht so die Sonnenkinder“, scherzte Kollege Tobias.

Doch wagten sich die Freunde immer wieder aus dem Schatten – und das nicht nur um das im Wasser kalt gestellte Bier zu holen. Schließlich war auch das Nass eine willkommene Abkühlung und lud dazu ein, die ein oder andere Bahn zu drehen. Um Badespaß und Biergenuss zu kombinieren, hatten sie auch eine Pool-Version des Trinkspiels Bierpong dabei. Dabei gilt es, einen Tischtennisball in Becher zu werfen – die müssen dann vom gegnerischen Team getrunken werden.

Die Ferienzeit nutzten auch Daniela Lemke aus Elsfleth und Sohn Leon, die am Donnerstag zum ersten Mal an den Sielingsee kamen. Mit drei befreundeten Familien machte es sich so eine fast zehnköpfige Gruppe gemütlich. Wie es ihr gefällt? Da verzog Lemke kurz die Mundwinkel: „Ich kenne andere Strände.“ Sonst ziehe es sie eher an den Tweelbäker See bei Oldenburg oder den Steller See in Stuhr. „Aber für Kinder ist das hier super“, merkte sie an. Nun nach Bookholzberg zu kommen, sei eine Gruppenentscheidung gewesen, sagte sie achselzuckend.

Für einige Besucher war der Badespaß am Sielingsee allerdings ein teurer Besuch. Am Nachmittag lief eine Gemeindemitarbeiterin die Straße entlang und verteilte an die Falschparker Strafzettel. „Das Schild heißt absolutes Halteverbot, das kennt jeder aus der Fahrschule“, meinte sie, während sie das nächste Knöllchen mit einem 15-Euro-Verwarngeld unter einen Scheibenwischer klemmte. Für manche sei es wohl zu heiß und zu weit, die wenigen Hundert Meter zu Fuß zu gehen. Schließlich darf kurz hinter dem Eingangsbereich sowie an der Harmenhauser Straße geparkt werden. Doch insgesamt zeigte sie sich zufrieden, in diesem Jahr gebe es deutlich weniger Falschparker am Sielingsee. Drei seien es am Mittwoch gewesen, acht bis Donnerstagnachmittag.

„Die Familien können auch am Eingang ausladen und dann hinten parken“, nannte sie eine Möglichkeit, die für alle Beteiligten angenehmer wäre. Schließlich war es auch für die Mitarbeiterin nicht der angenehmste Job, bei der Hitze die Straße entlangzulaufen und Nummernschilder zu notieren. „Wenn etwas passiert, müssen DLRG mit dem Boot, Feuerwehr und Rettungswagen da durchkommen“, erklärte sie den Sinn der Halteverbote. „Wir wollen den Leuten ja Spaß am Baden nicht vermiesen“, betonte die Mitarbeiterin, während die Badegäste unbeschwert planschten und den heißen Sommertag zu überstehen versuchten – und schon die nächsten Autos einen regulären Parkplatz suchten.