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Ganderkeseer Ausschuss Grünes Licht für Köhlerwiese ohne Stimmen der Grünen

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 26.05.2016, 22:18 Uhr

Grünes Licht ohne die Stimmen der Grünen: Die Mitglieder des Ausschusses für Gemeindeentwicklung haben am Donnerstagabend den Bebauungsplan „Ganderkesee – nördlich Bergedorfer Straße/westlich Lindenstraße/südlich Bahntrasse“, besser bekannt als Köhlerwiese, mehrheitlich abgesegnet. Es gab zehn Ja-Stimmen und drei Mal ein Nein – von Dr. Reinhold Schütte und Dr. Volker Schulz-Berendt von Bündnis 90/Die Grünen sowie von Otto Sackmann von der Fraktion UWG-Marbach.

Bei der Ablehnung der Grünen ging es im Wesentlichen um starke Immissionen, die zu befürchten seien – zum Beispiel Lärmbelastung durch die Bahn. Die größten Bedenken habe Schulz-Berendt allerdings wegen der Nähe zum Industriegebiet, in dem auch das Unternehmen Schmalriede-Zink angesiedelt ist, „das keine Schokoladenfabrik ist“. Er warnte vor Störungen in Galvanikanlagen und verwies auf den Chemieunfall Ende März 2015 , als 16 Menschen durch Chlorgasaustritt verletzt worden waren. „Wir sitzen hier auf einem Pulverfass“, so der Grünen-Ratsherr. Sackmann schloss sich den Argumenten der Grünen an, während die anderen Fraktionen keine Probleme sahen.

Zu- und Abgangsverkehr über Bergedorfer Straße

„Es ist alles mit dem Landkreis geklärt“, sagte Marion Daniel (FDP). Hinsichtlich des möglichen Bahnlärms sagte sie,die NordWestBahn fahre ohnehin nur zwei Mal stündlich und nicht in der Nacht. Kommentar von Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung: „Das vertretbare Ausmaß an Immissionen wird nicht überschritten“. Er versicherte außerdem auf Nachfrage von Dietmar Mietrach (CDU) und Christel Zießler (SPD), dass die Masse des Zu- und Abgangverkehrs über die Bergedorfer Straße ins künftige Wohngebiet gelangen werde und nicht, wie befürchtet, über die Pestalozzistraße, an der die Delme-Werkstätten und die Katenkamp-Schule liegen.

Mehrheitliches Ja zu Bebauungsplan in Elmeloh

Die endgültige Entscheidung fällt im Rat am 16. Juni - genauso wie für den Bebauungsplan an der Agnes-Miegel-Straße in Elmeloh, dem zwölf Ausschussmitglieder zustimmten und ein Ratsherr nicht: Schulz-Berendt lehnte kategorisch ab, weil dort eine rund 4000 Quadratmeter große, eigentlich naturschutzrechtlich geschützte „mesophile“ Grünfläche bebaut werden dürfe. Allerdings werde es dafür einen Ausgleich an der Dummbäke geben. Die Entscheidung sei mit Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde gefallen, erklärte Fachdienstleiter Bruno Müller auf dk-Nachfrage.