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Ganderkeseer Baufirma in Not Zukunft von L + L nach Insolvenzantrag offen

Von Dirk Hamm | 24.10.2017, 21:40 Uhr

Das Ganderkeseer Bauunternehmen L + L Lehner & Lehner Immobilien KG hat Insolvenz angemeldet. Sieben Mitarbeiter sind betroffen.

Sie haben ihre Löhne und Gehälter bis einschließlich September erhalten und anschließend bis zu drei Monate lang Anspruch auf Insolvenzgeld durch die Arbeitsagentur, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Berend Böhme am Dienstag auf Nachfrage erklärte. Der Bremer Jurist war am Donnerstag vom Amtsgericht Delmenhorst mit der vorläufigen Verwaltung des Firmenvermögens beauftragt worden.

Gute Jobchancen für die Mitarbeiter

Angesichts der guten Konjunktur in der Baubranche sei es für die betroffenen Fachkräfte kein Problem, anderweitig eine vergleichbare Beschäftigung zu finden, meinte Böhme. Zu den weiteren Perspektiven für die in schwere Schieflage geratene Firma mit Sitz an der Grüppenbührener Straße allerdings äußerte er sich verhalten. Am Montag habe er sich erstmals vor Ort ein Bild über die Lage verschafft, die Mitarbeiter sollen in einer Betriebsversammlung noch informiert werden.

Insolvenzplan soll erstellt werden

Nach Angaben von Rechtsanwalt Holger von Seggern, der L + L in dem Insolvenzverfahren vertritt, ist zugleich ein Antrag auf Eigenverwaltung gestellt worden, das Gericht habe einen vorläufigen Gläubigerausschuss eingesetzt. Das Ziel sei, einen Insolvenzplan zu erstellen, um die Gläubiger „ein bisschen besser zu befriedigen“, als es im Schnitt bei solchen Verfahren der Fall sei, sagte der Ganderkeseer Rechtsanwalt gegenüber dem dk.

Fernsehbericht schadete Reputation

„Ob es noch weitergeht, ist offen“, wollte auch von Seggern keine klare Prognose zur Zukunftsperspektive von L + L abgeben. „Eine klassische Sanierung ist in der Baubranche schwierig“, fügte er hinzu.

Die wirtschaftliche Notlage der Firma bezeichnete Berend Böhme als „hausgemacht“. Zugleich sprach er von einem „Reputationsverlust“ durch „negative Berichterstattung“ in einem Fernsehbeitrag. „Das hatte unmittelbare Auswirkungen auf das Geschäft.“ Nach dem Bericht über „behauptete Mängel“ seien Aufträge weggebrochen, bestätigte Holger von Seggern.