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Ganderkeseer Delegation in Polen Städtepartnerschaft mit Pułtusk wird immer konkreter

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 03.11.2017, 16:41 Uhr

Eine Städtepartnerschaft zwischen Ganderkesee und Pułtusk rückt immer näher. Eine kleine Delegation aus Ganderkesee mit Bürgermeisterin Alice Gerken an der Spitze war jetzt für einige Tage in Polen zu Gast, um Land und Leute vor Ort näher kennenzulernen.

Die geplante Städtepartnerschaft zwischen Ganderkesee und Pułtusk nimmt immer konkretere Formen an. Das hat Gemeindesprecher Hauke Gruhn am Freitag nach dem Besuch einer Ganderkeseer Delegation in der 60 Kilometer nördlich von Warschau gelegenen polnischen Stadt erklärt. Kommentar von Bürgermeisterin Alice Gerken nach der Reise: „Die Gastfreundschaft, die wir erfahren haben, war riesig.“

Unterzeichnung im nächsten Jahr

In Gesprächen mit ihrem Amtskollegen Krzysztof Nuszkiewicz vereinbarte die Ganderkeseer Bürgermeisterin, bis zum kommenden Jahr Urkunden für eine Städtepartnerschaft vorzubereiten. Die feierliche Unterzeichnung soll in beiden Orten stattfinden, dann jeweils mit vielen mitgereisten Bürgern. Ein Besuch aus Pułtusk ist für Mai oder Juni geplant. Der erste Besuch einer größeren Ganderkeseer Reisegruppe in Pułtusk soll im September stattfinden, wenn in der künftigen Partnerstadt ein Fest stattfindet.

Austausch in Schul-, Sport- und Seniorenbereich

„Der freundschaftliche Austausch zwischen dem Gymnasium Ganderkesee und dem Liceum in Pułtusk ist die Basis für die Städtepartnerschaft und wird ein wichtiges Standbein bleiben“, betonte die Bürgermeisterin, die sich während der Reise auch mit einer Reihe von Vertretern aus dem Stadtrat austauschen konnte. Neben der Schulpartnerschaft, die weiter ausgebaut und erweitert werden soll, sind nach Angaben von Gerken auch Kooperationen im Sport- und Seniorenbereich angedacht.

Unterbringung in Familien

Einigkeit habe darin bestanden, so Gemeindesprecher Gruhn, dass die Gäste bei künftigen gegenseitigen Besuchen nicht nur in Hotels, sondern auch in Familien untergebracht werden könnten. Außerdem sei darüber diskutiert worden, einen privaten Freundeskreis ins Leben zu rufen, der gemeinsam mit der Verwaltung die Städtepartnerschaft gestalten könnte – ähnlich wie bei der Partnerschaft mit Château-du-Loir in Frankreich. Wer Interesse hat, sich zu engagieren, kann sich ab sofort unter Telefon (04222) 44508 oder per Mail an p.heilmann@ganderkesee.de im Rathaus melden. „In der Gemeinde leben viele Menschen, die ihre Wurzeln in Polen haben und daher die Sprache beherrschen. Es wäre natürlich großartig, wenn sich auch sie in die neue Städtepartnerschaft einbringen“, so die Hoffnung der Bürgermeisterin.

Auch moderne Einrichtungen besichtigt

Der offiziellen Delegation, zu der neben Gerken und Gruhn auch der Ratsvorsitzende Gerd Brand sowie Dolmetscherin Aneta Redmann gehörten, wurden bei ihrer Tour unter anderem auch moderne Einrichtungen präsentiert. Zum Beispiel das neue Hallenbad, das neben einer großen Rutsche und einer Tribüne auch über einen Wellnessbereich verfügt. „Die Schwimmbecken dort sind komplett in Edelstahl verkleidet“, so Brand. „Das war natürlich auch im Hinblick auf unsere Freibadsanierung in Ganderkesee interessant zu sehen.“ Weitere Stationen waren eine ebenfalls hochmoderne Krippe, ein Seniorenzentrum sowie eine Schule, die gerade im Hinblick auf das Thema Inklusion neue Wege geht: Das Computerprogramm „Brain Feedback“ ermöglicht es, mittels am Kopf befestigter Elektroden per Gedankenkraft auf Bildschirmdarstellungen einzuwirken. Eine Trainingsmethode, die in Pułtusk auch bei an ADHS oder Autismus leidenden Kindern zum Einsatz kommt.

Mehr zur künftigen Partnerschaft lesen Sie auch hier.