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Ganderkeseer Experte rät zum Zufüttern Insektensterben lässt Gartenvögel hungern

Von Birgit Stamerjohanns | 02.11.2018, 12:58 Uhr

Um gut über den Winter zu kommen, reichen natürliche Nahrungsquellen nicht mehr aus. Sonnenblumenkerne mögen alle Vögel gern, aber auch Fettfutter ist beliebt.

Das Ehepaar Fingerhut kocht dieser Tage nicht nur das eigene Essen in seiner Küche. Sondern auch Winternahrung für die Vögel. Aus geschmolzenem Pflanzenfett und Haferflocken bereiten Barbara und Hans Fingerhut eine Art Brei zu, den sie in Drahtkörbe füllen.

„Es sind kaum noch Insekten da, von denen sich die Vögel ernähren können“, erklärt Hans Fingerhut, der Vorsitzende des Nabu Ganderkesee. Außerdem würden die Gärten um diese Jahreszeit nur noch wenig Nahrhaftes hergeben. Fingerhut plädiert dafür, bei Tagetes und Sonnenblumen auf keinen Fall Schere oder Spaten anzusetzen, sondern die verblühten Pflanzen bis zum Frühjahr stehen zu lassen.

Mahlzeit für Meisen, Amseln und Co.

Wenn die Masse aus geschmolzenem Pflanzenfett und Haferflocken fest wird, ist sie die ideale Mahlzeit für Meisen, Amseln und andere Vögel: fettreich und nahrhaft.

Am kommenden Sonntag will Hans Fingerhut die Futterkörbe beim Gantertag verkaufen.

Seine Vereinskollegen nutzen ihre Küchen im Herbst ebenfalls zur Vogelfutter-Produktion. Denn Naturfreunde sind überzeugt: Man kann die gefiederten Gartenbewohner gar nicht früh genug füttern.

Ein zu aufgeräumter Garten bietet keine Nahrung

Vögel verpflegen sich auch gern an Sträuchern, die im Winter Beeren oder Samenstände tragen. Ein zu aufgeräumter Garten hingegen bietet hungrigen Vögeln keine Nahrung. Besonders eine Vogelart bereitet den Naturschützern in diesem Jahr Sorgen. Amseln leiden momentan unter einer Viruserkrankung.„Nur gestärkte Amseln können der Krankheit etwas entgegensetzen, daher ist eine zusätzliche Futterquelle für sie besonders wichtig“, so der Nabu-Vorsitzende. Vogelfreunde sollten also ruhig mit der Fütterung beginnen, wenn es draußen noch mild ist.

Ob Futterkörbe mit selbst gemachten Fett-Körner-Mischungen oder gekaufte Meisenknödel – dieses Futter wird von vielen Vögeln gern genommen. Sonnenblumenkerne sind ebenfalls bei allen Vogelarten sehr beliebt.

Vogelhäuschen regelmäßig reinigen

Es sind kaum noch Insekten da, von denen sich die

Ansonsten rät der Nabu-Experte zur Fütterung von Körnermischungen, die es fertig zu kaufen gibt. Am besten sollte das Körnerfutter in Spender gefüllt werden. In diesen Futtersilos bleibt das Vogelfutter trocken und die Tiere können nicht darin herumlaufen. Daher ist die Gefahr geringer, dass sich an der Futterstelle Krankheiten übertragen. Wer ein Vogelhäuschen hat, sollte darauf achten, dass die Körner nicht nass werden. Außerdem müssen die Häuschen regelmäßig gereinigt werden, am besten mit heißem Wasser, betont der Ganderkeseer Nabu-Chef.