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Ganderkeseer Feuerwehrleute warnen Weihnachtsbaum kann ruckzuck in vollem Brand stehen

Von Thomas Deeken | 11.12.2018, 16:22 Uhr

Echte brennende Kerzen im Weihnachtsbaum oder im Adventsgesteck – da lauern Gefahren. Ganderkeseer Feuerwehrleute geben Tipps, worauf man in der Weihnachtszeit achten sollte und wie sich Brände verhindern lassen.

„Es dauert nur Sekunden, bis ein Weihnachtsbaum in vollem Brand steht, wenn er sich durch eine brennende Kerze entzündet. Und dann geht das Feuer auch ruckzuck auf Gardinen, Vorhänge und Sofas über.“ Das sagt Benjamin Mahlstedt, Pressesprecher der Ganderkeseer Feuerwehr, der davor warnt, brennende Kerzen im Adventskranz und im Tannenbaum unbeaufsichtigt zu lassen. Es habe zwar in den vergangenen Jahren während der Weihnachtszeit kein Feuer durch brennende Kerzen in der Gemeinde gegeben, weiß Gemeindebrandmeister Bernd Lembke. Trotzdem sei es jedes Jahr aufs Neue wichtig, auf Vorsichtsmaßnahmen hinzuweisen.

Zweige trocknen schnell aus

Gerade wenn die Gestecke oder der Weihnachtsbaum längere Zeit stehen, trocknen die Zweige schnell aus. Es gebe zwar Sprays, die das Austrocknen verlangsamen könnten, sicher sei das aber nicht, betont Mahlstedt. Deshalb sein Rat: keinen Kranz oder Baum ohne Aufsicht lassen – „erst recht nicht, wenn die Kerze vom ersten Advent schon weit runtergebrannt ist“.

Eimer Wasser in Tannenbaumnähe

Sollte es doch mal zu einem Feuer kommen, habe sich der Eimer Wasser in der Nähe des Weihnachtsbaums bewährt, so der Feuerwehrsprecher. Gut sei auch ein Feuerlöscher. Der müsse griffbereit und gewartet sein. „Und man muss schon vorher wissen, wie er im Notfall funktioniert“, erklärt Mahlstedt mit dem Hinweis, sich zuvor mit der Handhabung von Feuerlöschern auseinanderzusetzen. Außerdem gebe es Löschdecken, mit denen die Hausbewohner Flammen ersticken könnten. Wichtig dabei: keine brennenden Gestecke durch die ganze Bude tragen, sondern dort löschen, wo es gebrannt hat. Danach umgehend den Raum verlassen und Türen schließen, damit sich der Rauch nicht weiter ausbreitet. „Denn Rauch ist sogar gefährlicher als Feuer“, weiß Christian Zoschke, stellvertretender Sprecher der Feuerwehren im Landkreis. „Bevor man verbrennt, ist man längst ohnmächtig oder sogar bereits erstickt.

Mahlstedt: Sich selbst nicht in Gefahr bringen

Sollte das Zimmer nach einem Löschversuch noch voller Qualm sein, sei es wichtig, die Notfallnummer 112 anzurufen, erläutert Mahlstedt, der außerdem rät, das Haus zu verlassen und auch andere Mitbewohner des Gebäudes zu informieren. Oberstes Gebot bei allen Vorfällen: Man dürfe sich nicht selbst in Gefahr bringen.

Appell an Spaziergänger

Der Feuerwehrsprecher der Gemeinde appelliert auch an Spaziergänger, darauf zu achten, ob noch Kerzen in einem ansonsten dunklen Gebäude brennen, obwohl möglicherweise niemand zu Hause ist. Drohe tatsächlich Gefahr, dann sollte man ebenfalls die 112 anrufen, sagt Mahlstedt: Dann entstünden auch keine Kosten für den aufmerksamen Beobachter.

Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen

Ebenfalls wichtig: Kinder mit Kerzen, Feuerzeugen und Streichhölzern nie unbeaufsichtigt lassen und keine Gestecke mit echten Kerzen in Kinder- und Jugendzimmer stellen. „Natürlich dürfen Kinder auch mal Kerzen anzünden – aber immer unter Aufsicht und mit Infos, was alles so passieren kann. Danach heißt es: Feuerzeuge wieder gut verschließen“, erklärt Mahlstedt.

Bei Lichterketten auf Prüfsiegel achten

Wer glaubt, durch elektrische Kerzen vor einem Feuer geschützt zu sein, könnte sich täuschen. Denn Lichterketten ohne CE-Prüfsiegel könnten durch Überlastung oder schlechte Verarbeitung ebenfalls zu einem Brand führen. Daher der Tipp: vorher in einem Geschäft über geprüfte Lichterketten informieren.

Rauchmelder anbringen

Darüber hinaus weisen die Feuerwehrexperten auf die gesetzliche Pflicht hin, stets Rauchmelder in Schlaf-, Kinder- und Jugendzimmern, anderen Aufenthaltsräumen und allen Fluren anzubringen. Das gelte auch für Gästezimmer und den Raum, in dem das Baby schläft – und zwar nicht nur in der Weihnachtszeit. Mahlstedts Ratschlag: Rauchmelder stets kontrollieren, warten und beim Kauf nicht sparen.