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Ganderkeseer Finanzausschuss Feuerwehr in Schierbrok bald für Bahnunfälle gerüstet

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 28.04.2016, 23:47 Uhr

Die Mitglieder des Ganderkeseer Finanzausschusses haben sich mehrheitlich für die Anschaffung eines Bahnrüstsatzes für die Schierbroker Feuerwehr ausgesprochen. Außerdem genehmigten sie einstimmig den erst jetzt vorgelegten Jahresabschluss für 2010. Wegen zahlreicher Probleme sollen die nächsten Abschlüsse bis Sommer 2018 vorliegen.

Die Freiwillige Feuerwehr Schierbrok-Schönemoor soll für 61.300 Euro einen besonderen Hilfeleistungssatz samt Trägerfahrzeug für die immer schwieriger gewordenen Einsätze bei Bahnunfällen bekommen. Dafür haben sich am Donnerstagabend mehrheitlich die Mitglieder des Ganderkeseer Finanzausschusses bei zwei Gegenstimmen der Grünen ausgesprochen. Kommentar von Ratsherr Dr. Volker Schulz-Berendt: „Das ist Verschwendung.“ Schließlich gebe es ganz in der Nähe beim Technischen Hilfswerk (THW) einen Bahnrüstsatz, der genutzt werden könne.

THW-Rüstsatz für gesamten Landkreis gedacht

Der THW-Rüstsatz, gedacht für Einsätze im gesamten Landkreis, aber stationiert in Bookholzberg, sei für kleinere Einsätze gar nicht vorgesehen, erklärte Erster Gemeinderat Rainer Lange. Außerdem stehe er nicht im direkten Zugriff der Gemeinde, ergänzte Arnold Hansen von den Freien Wählern. Und Hans-Jürgen Hespe von der FDP meinte, er halte den Rüstsatz für dringend erforderlich, weil die Feuerwehr kurzfristig nicht auf das THW-Material zurückgreifen könne.

Beim Jahresabschluss 2010 alle einig

Einig waren sich alle Ausschussmitglieder anschließend beim Thema Jahresabschluss – auch wenn über die Abschlüsse von 2011 bis einschließlich 2017 noch längere Zeit diskutiert wurde. Dagegen gab es überhaupt keinen Gesprächsbedarf mehr beim Jahresabschluss 2010, der erst jetzt, nach Umstellung auf die doppelte Buchführung (Doppik), nach Problemen in der EDV, nach personellen Engpässen und vielen weiteren Verzögerungen vorgelegt wurde und einstimmig genehmigt wurde. Das Positive: Es hat im Ergebnishaushalt insgesamt einen Überschuss von knapp 824.000 Euro gegeben. Außerdem hat sich laut Verwaltung der Kreditstand um fast 580.000 Euro auf rund 12,034 Millionen Euro verringert.

„Es darf keine Zeitverschiebungen mehr geben“

Der nächste Abschluss sei bereits in großen Teilen fertiggestellt und soll im Herbst dieses Jahres vorliegen, informierte Matthias Meyer, Fachdienstleiter Finanzen. Die nächsten sechs sollen bis Sommer 2018 folgen. Das dauere Christian Marbach von der Fraktion UWG-Marbach allerdings zu lange. Er forderte von der Verwaltung bis zum nächsten Finanzausschuss einen Vorschlag, wie man die Gemeinde unterstützen könne, um die Jahresabschlüsse deutlich schneller vorzulegen – möglicherweise mit Fremdkräften. Das würde sechs Abschlüsse pro Jahr bedeuten, das schaffe niemand, entgegnete CDU-Ratsherr Ralf Wessel, der allerdings „eine ganz klare Erwartungshaltung“ habe: Es dürfe keine Zeitverschiebungen mehr geben. Und er forderte von der Verwaltung regelmäßige und eigenständige Berichte über den Stand der Jahresabschlussarbeiten. Dem stimmte die Verwaltung zu.