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Ganderkeseer Landwirte klagen Getreideernte fällt in Ganderkesee diesmal mager aus

Von Thorsten Konkel | 28.07.2015, 09:17 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Erst große Trockenheit, später Regen: Die Wintergerste hatte Probleme mit dem Wetterverlauf.

In der Region fällt die Wintergersten-Ernte wie erwartet geringer als im Vorjahr aus. Die Wintergerste hatte Probleme mit dem Wetterverlauf. Zwar hat sich das „zu kalt, zu trocken“ vor gut vier Wochen geradezu umgekehrt, die Verluste durch die frühe Trockenperiode konnten allerdings auch die ergiebigen Regenfälle der letzten Wochen nicht mehr ausgleichen.

Minus von 10 Prozent

Landwirt Rainer Bücking rechnet bei der Wintergerste auf seinen Feldern am Fahrener Weg mit einem Minus von zehn Prozent. „Hätten wir die Regenmassen der letzten Wochen nicht gehabt, hätten es leicht sogar 20 Prozent weniger werden können“, sagt er.

Auf 45 Prozent der Fläche Deutschlands ist in diesem Jahr laut Kreislandvolk ein neues absolutes Minimum der Bodenfeuchte seit 1961 erreicht worden.

Es wird immer trockener

Dass es in der Region auf den Feldern seit Jahren im Schnitt immer trockener wird, mag angesichts des am Wochenende vorübergezogenen Sturmtiefs Zeljko mit Starkregen kaum zu glauben sein. Lohnunternehmer und Hobbymeteorologe Horst Osterloh kann dies indes belegen.

Seit Jahrzehnten protokolliert der Steinkimmer das Wetter. Sein Fazit: „In den 1990er Jahren hatten wir die doppelte Wassermenge, bis zu 1300 Liter, es wird immer weniger.“ Er hofft, dass es noch bis in die erste Augusthälfte ordentlich regnet. „Dann wird wenigsten die Maisernte noch gut“, sagt er.

Ernteeinbußen auch in Elmeloh

Heiko Petershagen, Landwirt in Elmeloh, hat in der vergangenen Woche die Wintertergerste eingebracht. „Angesichts des schlechten Starts sind wir noch einmal glimpflich davongekommen, unterm Strich sind es wohl um die zehn Prozent weniger Ertrag“, berichtete Christine Petershagen.

Spekulationen um Getreidepreise

Spannend bleibe für die niedersächsischen Landwirte die Preisentwicklung, meldet das Landvolk Niedersachsen. Nach einer längeren Phase fallender Kurse habe sich der Weizenpreis aktuell stabilisiert. Insgesamt werden laut Landvolk in Niedersachsen 2015 auf mehr als 846000 Hektar Getreide angebaut, ein Plus zu 2014 von 30000 Hektar. „Wie auch immer die Ernte ausfällt, wir können die Versorgung sicherstellen und den Markt bedienen“, versprach Franz Engelke vom Verband Deutscher Mühlen dem Landvolk-Pressedienst.