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Ganderkeseer legt Roman vor Der „Rattenlinie“ literarisch auf der Spur

Von Dirk Hamm | 04.05.2017, 11:18 Uhr

Der Hoykenkamper Verleger Erwin Plachetka hat wieder einen eigenen Roman herausgebracht. Vor neun Jahren hatte er die Idee zu „Rattenerbe“.

Rund 400 Autoren inklusive Anthologien hat Plachetka mit seinem EPLA-Verlag in den vergangenen 32 Jahren betreut. Für seine eigenen literarischen Ambitionen ist dabei oftmals nur wenig Zeit übrig geblieben. So hat es neun Jahre gedauert, bis er sein neuestes Werk abschließen konnte: „Rattenerbe“ heißt der 360 Seiten umfassende Roman, der im Buchhandel und als E-Book erhältlich ist.

Spannende Handlung mit historischem Hintergrund

Um die Hauptfigur Hans Lehmann hat Plachetka einen spannenden Plot mit einem explosiven historischen Hintergrund gesponnen. Denn Lehmanns seit Langem für tot gehaltener Vater ist nach Kriegsende als ehemaliger SS-Offizier über die sogenannte Rattenlinie nach Argentinien geflüchtet, wo er durch Rinderzucht ein Vermögen angehäuft hat. Jetzt wird der Sohn zu einer Testamentseröffnung eingeladen.

250.000 Euro könnten in seinen Besitz übergehen, aber es ist eine Bedingung daran geknüpft: Er muss sich für ein Jahr einer rechtsgerichteten Bruderschaft anschließen. Zwischen dieser Organisation und Hans Lehmann, der mit den Neonazis nichts zu tun haben will, entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod um die Erbschaft.

Erste Idee für das Buch vor neun Jahren

Die erste Idee zu dem Buch sei ihm 2008 im Italienurlaub an der Riviera gekommen, erzählt Plachetka – über Genua haben sich 1945 viele NS-Verbrecher mithilfe des Roten Kreuzes und des Vatikans Richtung Südamerika abgesetzt. Über diesen Fluchtweg der „Rattenlinie“ hat der Autor ebenso recherchiert wie über die rechtlichen Aspekte der Handlung: „Ich habe einen Anwalt konsultiert, der auf Erbrecht spezialisiert ist.“

Verleger gibt unbekannten Autoren eine Chance

Der 68-Jährige, der das anfängliche Hobby ab 1999 zum Beruf gemacht hat, bietet sein verlegerisches Know-how Autoren an, die bei den großen Verlagen keine Chance haben oder horrende Summen für viel zu große Auflagen hinblättern müssten. „Ich mache kleine Auflagen, und wenn das Buch gut läuft, dann wird nachgedruckt“, sagt der gebürtige Delmenhorster.

Für das „Rattenerbe“ hat er allerdings erstmals einen anderen Weg gewählt: Das Buch ist im Twentysix-Verlag erschienen, einer Kooperation des Verlagsriesen Random House mit Books on Demand. Plachetka: „Mich hat diese Verbindung gereizt. Ich wollte einmal sehen, wie so ein großer Verlag arbeitet.“